Was bedeutet Tageschirurgie ?

Wie ist der Ablauf eines tageschirurgischen Eingriffes?

Welche Eingriffe können ambulant durchgeführt werden ?

Wer kann tageschirurgisch operiert werden ?

Was sind die Voraussetzungen für eine tageschirurgische Operation ?

Ab welchem Alter sind tageschirurgische Eingriffe möglich ?

Welche Vorteile und Nachteile hat die Tageschirurgie ?

Welche Gründe gibt es gegen eine ambulante resp. tageschirurgische Operation  ?

Was sind Risikofaktoren ?

Fragen zur Anästhesie ?
 

 Was ist eine örtliche Betäubung ?
Was ist eine Allgemeinnarkose (Vollnarkose) ?

Wann wird eine Vollnarkose benötigt ?


Was bedeutet Tageschirurgie ?

Im engeren Sinne versteht man darunter die Durchführung eines ärztlichen Eingriffs, wobei der Patient die Nächte vor und nach dem Eingriff zu Hause verbringt.
Die Operation kann entweder in der Praxis eines niedergelassenen Arztes oder in einem Krankenhaus, das für tageschirurgische Eingriffe eingerichtet ist,
durchgeführt werden.
Die Eltern können zur Narkoseeinleitung und in der postoperativen Phase stets bei Ihrem Kind sein.


Wie ist der Ablauf eines tageschirurgischen Eingriffes?

Das Kind muß spätestens einen Tag vor dem geplanten Operationstermin zur Narkoseuntersuchung vorgestellt werden. Am Operationstermin muss das Kind
gesund und nüchtern sein. Ein Elternteil begleitet das Kind zur Narkoseeinleitung in den Operationssaal. Wenn das Kind eingeschlafen ist, warten die Eltern
während der Operation im Aufwachraum. Nach Beendigung des Eingriffes nehmen sie Ihr Kind dort in Empfang. Dabei werden Kind und Eltern von Schwestern
betreut. Ca. 2 bis 4 Stunden nach Operationsende können sie wieder nach Hause fahren. Dazu bedarf es eines Auto mit Fahrer (alternativ: Taxi), da ein Elternteil
(oder Begleitperson) neben dem Kind sitzen sollte. In einigen Fällen erfolgt am Abend des Operationstages nochmals eine Kontrolle, die entweder vom Operateur,
von einer Pflegedienstschwester oder vom Kinder- resp. Hausarzt vorgenommen wird.Vielfach findet diese Konsultation auch nur telephonisch statt,
insbesondere wenn keine Besonderheiten vorliegen. Die weiteren Kontrollen werden individuell vereinbart.


Bei folgenden Erkrankungen ist in der Regel ein tageschirurgischer Eingriff möglich:

       Vorhautverengung (Phimose), Vorhautverklebung am Penis, Verengungen der Harnröhrenöffnung
       Leistenbrüche (Leistenhernie, Inguinalhernie), Schenkelbrüche, Wasserbrüche (Hydrocele)
       Hodenhochstand (Maldescensus, Kryptorchismus), Krampfadern am Hoden (Varikocele)
       Knoten, Leberflecke (Pigmentflecke, Nävi), Blutschwämme (Hämangiome), Zysten, Warzen u.a. in der Haut u. darunter
       Materialentfernung von operierten Knochenbrüchen
       Halszysten u. Halsfisteln
       Gelenkzysten (Ganglion) an Händen, Füßen und der Kniekehle
       Verkürzung des Zungenbändchens

Diese Aufzählung ist lediglich eine Auswahl und Unvollständig. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.


Wer kann tageschirurgisch operiert werden ?

Bei Eingriffen, die in örtlicher Betäubung stattfinden grundsätzlich alle. Einschränkungen gibt es vorallem wenn es um eine Allgemeinnarkose (=Vollnarkose)
geht.
Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass der Patient und seine Angehörigen zur Zusammenarbeit bereit sein müssen. Dies schliesst insbesondere mit ein, daß der
Patient nach der Operation zu Hause betreut wird.


Häusliche bzw. private Voraussetzungen für eine tageschirurgische Operation sind:

       Betreuung nach der Operation durch Angehörige/ Bekannte
       Gesicherte, unkomplizierte Fahrmöglichkeit zur und von der Operation
       Der Operateur und/oder der informierte Hausarzt müssen auf Anruf des Patienten in einer vertretbaren Zeit erreichbar sein.


Ab welchem Alter sind tageschirurgische Eingriffe möglich?

Für die untere Altersgrenze tageschirurgischer Eingriffe bei Kindern sieht die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie eine fließende Grenze im Bereich
zwischen 6-12 Monaten vor. In der Praxis werden ambulante kinderchirurgische Eingriffe aber auch ab einem Alter von 4-8 Wochen vorgenommen, ohne daß
altersbedingte Komplikationen auftreten müssen. Bei frühgeborenen Kindern sind im ersten Lebensjahr ambulante Eingriffe in der Regel nicht angezeigt.


Vor- und Nachteile bei ambulanten (tageschirurgischen) Eingriffen

Vorteile

Die Vorteile ambulanter resp. tageschirurgischer Operationen liegen unter anderem in der

       geringeren psychosozialen Belastung und der damit verbundenen schnelleren Genesung,
       den niedrigeren Infektionsraten und den
       größeren Mitsprache- und Einflußmöglichkeiten der Betroffenen. Patienten resp.Eltern können den Operationsort, Klinik oder Praxis frei wählen, den
       Operationstermin individuell vereinbaren, vorrangig im niedergelassenen Bereich den Chirurgen frei bestimmen und die häusliche Nachsorge
       selbstverantwortlich organisieren.

Nachteile

       Bei Risiko-Patienten können keine tageschirurgischen Eingriffe durchgeführt werden.
       Das Spektrum der möglichen Operationen ist eingeschränkt.
       Angehörige des Patienten werden zu Hilfeleistungen herangezogen.
       Bei unerwarteten Komplikationen muß der Patient in ein Krankenhaus eingewiesen resp. stationär aufgenommen werden.


Einige Gründe gegen einen tageschirurgischen Eingriff resp. eine ambulante Operation in Vollnarkose:

       Systemerkrankungen vorallem Herz- und Nierenerkrankungen
       Therapieresistente Krampfanfallsleiden
       Erhebliches Übergewicht
       Akute Infektionen
       Allergische Erkrankungen
       Mangelnde Kooperation
       Fehlende oder ungenügende Betreuung zu Hause

Diese Liste ist unvollständig. Es gibt weitere Gründe, die jedoch hier nicht erschöpfend aufgelistet werden können.


Was sind Risikofaktoren?

Unter Risikofaktoren versteht man gesundheitliche Einschränkungen, die etwaige Komplikationen

       allgemeiner Art (den Gesamtorganismus betreffend) oder
       lokaler Art (im Wundbereich)

wahrscheinlicher machen als bei einem völlig gesunden Patienten.


Fragen zur Anästhesie
 

Was ist eine örtliche Betäubung (=Regionalanästhesie)?

Was ist eine Allgemeinnarkose (Vollnarkose) ?

Wann wird eine Vollnarkose benötigt ?


Was ist eine örtliche Betäubung (=Regionalanästhesie) ?

Bei dieser Anästhesieform wird nur ein Teil oder eine Region des Körpers schmerzfrei gemacht. Diese Art der Betäubung wird entweder durch den Chirurgen
selbst oder einen Anästhesisten (Narkosearzt) vorgenommen.
Der Patient schläft in der Regel nicht, er bekommt also alles mit, was um ihn herum passiert.
In den meisten Fällen kann er sich - so er es will - ablenken (z.B. mit Musik über einen Walkman) oder er erhält ein leichtes Schlafmittel.

Es gibt unterschiedliche Formen der örtlichen Betäubung (=Regionalanästhesie):

1. Betäubung am Ort der Operation.(Infiltration, spezielle Salbe wie z.B. EMLA, Kälte u.a.) Beispiel: kleinflächige Eingriffe an der Haut.
2. Betäubung der das Operationsgebiet versorgenden, schmerzleitenden Nerven. Beispiel: Betäubung der Nervengeflechte in der Achselhöhle bei Eingriffen am Arm.


Was ist eine Allgemeinnarkose ("Vollnarkose") ?

Während einer Allgemeinnarkose ist der Patient tief bewusstlos, d.h. er wird durch Medikamente in einen Schlafzustand versetzt und schmerzfrei gemacht.
Die Narkose wird durch einen Facharzt für Anästhäsiologie (Narkosearzt = Anästhesist) durchgeführt.
In der Regel erhält der Patient einige Zeit vor der eigentlichen Narkose ein Beruhigungsmittel.

Formen:

1. Intravenöse (i.v.-) Anästhesie. Die Narkosemedikamente werden über einen venösen Zugang ("Tropf" = Infusion) verabreicht.
2. Inhalationsnarkose. Die Bewusstlosigkeit wird durch Einatmung von Narkosegasen hervorgerufen.

Nach beendeter Narkose schließt sich eine Überwachungszeit unterschiedlicher Länge (mindestens 2 Stunden) an, bis der Patient die Praxis oder die
Tageschirurgie in Begleitung verlassen darf.


Wann wird eine Allgemeinnarkose benötigt ?

Der Entscheid für eine Allgemeinnarkose wird einerseits vom Alter des Patienten und andererseits von der Art des Eingriffes diktiert. Je kleiner das Kind, desto
eher muss eine Allgemeinnarkose gewählt werden. Je nach dem kommt noch die Ueberlegung des "Komfortes" hinzu.
Es gibt viele Eingriffe, bei denen sowohl örtliche Betäubung als auch Allgemeinnarkose möglich sind. Hier müssen Patient und Operateur / Anästhesist unter
Abwägung der Risikofaktoren klären, welche Betäubungsform die günstigere ist. Diese Entscheidung ist oft auch vom Leistungsspektrum der operativen
Einrichtung oder der mentalen Situation des Patienten ("Ich möchte nichts mitbekommen ...") abhängig.

 MERKE: Diese Zusammenfassung ist aus Gründen der Uebersicht und des Verständnis kurz und global gehalten und ersetzt in keinem Fall das
 selbstverständlich absolut notwendige Informationsgespärch mit einem Narkosearzt vor einem Eingriff.



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