32. Weiterbildungsveranstaltung der Deutschen Akademie für Kinderchirurgie und der Österreichischen Gesellschaft für Kinderchirurgie Innsbruck (10.-12.10.97)

      Am Freitag wurde die Weiterbildung, die das erste Mal außerhalb von Deutschland stattfand, nämlich in Innsbruck, von Frau Prim.Doz.Dr.G.Menardi eröffnet. Sie empfing uns "Junioren" wärmstens, erzählte von den Ursprüngen dieser Weiterbildung und stellte uns den jetzigen Leiter Herrn Prof. F.Schier aus Jena vor. Da dieses Jahr die Deutschen, sowie die Österreichischen Kinderchirurgen zusammen die Weiterbildung gestalteten, hoffe sie , daß bald auch die Schweizer Kinderchirurgen sich beteiligen würden. Ein gutes Omen sei bereits Herr Prof. A.Schärli aus Luzern, der auch den ersten Vortrag halten werde.

      An dieser Veranstaltung werden alle Zuhörer aktiv, indem sie die jeweils vom Vortragenden gestalteten Fragebögen nach dessen Beitrag in Ruhe ausfüllen "müssen". Später bekommt man sie korrigiert zurück. Wer am Ende der Veranstaltung die meisten Punkte hat, bekommt einen Preis (Teilnahmegebühr oder wie in Innsbruck Geschenk im gleichen Wert). Für mich war dies, wie bereits vor 2 Jahren in Jena, eine absolute Alibiübung. Preise bekommen die Teilnehmer, die am meisten diskutiert, bzw. voneinander abgeschrieben haben. Die Fragebögen möchte ich aber nicht missen, da sie mir erlauben das soeben Gehörte besser zu memorieren und mich gleichzeitig zu testen.

      Dieses Jahr wurden Schwerpunkte gesetzt im Bereich des Gastrointestinaltraktes (Fehlbildungen, Erkrankungen, Unfälle, laparoskopische Techniken), bei Frakturbehandlungen mit Fixateur extern, Lebertumoren, sowie Hypospadien.

      Der Teil "Proktologische Probleme des Kindesalter" von Herrn Prof. A.Schärli aus Luzern war meinen Kollegen und mir durch seine klare Gliederung, den Dias, die das vorher Gesagte gut bildlich unterstützten, sowie die angenehm ruhige Vortragsart aufgefallen.

      Herrn Prof. SchierÕs Video über die laparoskopischen Techniken zeigte u.a. Schritt für Schritt zuerst am Modell, dann intraoperativ die verschiedenen Knüpftechniken. Am liebsten wäre man sofort hingesessen, um selbst zu üben.

      Durch seine Freude und seinen Enthusiasmus uns "Jungen" etwas von seinem Wissen weiterzugeben, überzeugte auch Herr Prof. Davies aus Johannesburg. Der Überblick über Oesophageal atresia (gehalten in gut verständlichem Englisch) war äußerst interessant, da gleichzeitig auch der Vergleich Südafrika-Europa möglich war. Unterstützt wurde dies auch durch die Fragen der europäischen Professoren/-in.

      Besonders mit Interesse und Spannung erwartete ich den Beitrag von Herrn Prof.P.P.Rickham. Der gut eine Stunde dauernde Vortrag über die Entwicklung der Neugeborenenchirugie nach dem 2. Weltkrieg verging wie im Fluge. Er brillierte durch seinen Inhalt, sowie durch den Vortragenden. Ich freue mich sehr und danke hiermit den Organisatoren Frau Prim.Doz.Dr.Menardi, sowie Herrn Prof.Dr.F.Schier, daß wir die Möglichkeit hatten, diesen berühmten Kinderchirurgen so nah zu erleben.

      Zusammenfassend würde ich jedem kinderchirurgisch interessiertem Kollegen/in diese jährlich stattfindende Weiterbildung empfehlen.

      Dr.med. Karin Timm, Chirurische Klinik, Universitätskinderspital, Steinwiesstr.75, CH-8032 Zürich


      Die 33. Weiterbildungsveranstaltung findet im Herbst 1998 wieder in Jena bei Herrn Prof.Dr.F.Schier, Kliniken der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Bachstr. 18, D-07740 Jena statt.