Hüftgelenksluxation traumatisch

Folgende Richtlinien betreffen die Behandlung der unkomplizierten, traumatischen Hüftluxation.
Bei Verletzungsmustern, die ein erhöhtes Risiko für Hüftkopfnekrosen haben, ist die Nachbehandlung individuell zu gestalten. Als prädisponierend für Hüftkopfnekrosen gelten:
1) verzögerte Reposition nach 24 Stunden
2) schweres, direkt auf die Hüfte wirkendes Trauma
3) knöcherne Begleitverletzungen am Schenkelhals, Hüftkopf oder Hüftpfanne 4) offene Reposition.

1.

Notfallbehandlung:
*Rascheste Reposition der Hüfte in Allgemeinnarkose/Relaxation *Radiologische Dokumentation nach Reposition: Becken ap unter
axialem Druck auf beide Femora
*Ultrasonographie des Hüftgelenkes in der gleichen Narkose, bei
Erguss Hüftgelenkspunktion.

Nachbehandlung:
*Kleinkinder: Bettruhe; ältere Kinder: Pflasterextension über Rollbrett
(2-3 kg) für 1 Woche
*Mobilisation wenn Hüfte schmerzfrei
*Entlastung mit Stöcken für 4-6 Wochen
Kinder unter 4 Jahren dürfen sofort belasten.

Nachkontrollen:
*Szintigraphie oder MRI nach 6 Wochen.
*Bei unauffälligem Befund:
Normale Belastung, Sport normal.
Klinische und konventionell radiologische Kontrollen nach 3, 6, 12 und
24 Monaten.
Behandlungsabschluss frühestens nach 2 Jahren.

2.

3.

*

Bei pathologischem Befund:
Entlastung weiter.
Szintigraphie oder MRI nach weiteren 6 Wochen, bis Befund unauffällig.
3-6 Monate nach Belastungsbeginn nochmalige Szintigraphie oder MRI. Wenn Befund dann unauffällig, Sport erlaubt.
Behandlungsabschluss individuell.