Omphalocele
Definintion
Ein kongenitaler Defekt der Bauchdecke mit Prolabieren von Darm, der
von Peritoneum und einer Anmnionmembran bedeckt wird.
Epidemiologie
Inzidenz: 1/4000-1/6000
Pathogenese
1.Hintergrund
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eine abnormale Entwicklung des Darmes vor der 3. embryonalen Woche, welche
die Rückkehr des Mitteldarmes ins Abdomen verhindert.
2.Klassifikation
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Epigastischer Defekt: Lücke im Bereich der cephalischen Falte. Oft
mit Fehlbildungen des Zwerchfells, Sternums und des Herzens (s.u.).
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Klassischer Defekt: Lücke im Bereich der lateralen Falte
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Hypogastischer Defekt:Lücke im Bereich der kaudalen Falte
Klinische Manifestation
1.Klassische Omphalocele
1.Nabelschnur
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die Nabelschnur liegt in der Mitte der Cele
2.Dünndarm
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liegt im Celensack meistens mit Leber und Milz
3.Dickdarm
4.Abdominalhöhle
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weniger ausgebildet als bei der Gastroschisis
5.Hülle
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avaskulär, bestehend aus Amnion und Peritoneum
6.Assozierte Missbildungen
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1.congenitale Herzdefekte
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33% Oesophagusatresie
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19% ASD (secundum)
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selten VSD, PS, Aortenisthmusstenose, A-V-Kanal , PDA
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Genetische Syndrome
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Cantrell'sche Pentalogy
craniale Omphalocele
anteriore Zwerchfellhernie
Sternumspalte
Ectopia cordis
Vitium cordis (VSD)
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Caudales Mittelliniensyndrom
Blasen- oder Cloakenexstrophie
Analatresie
Colonatresie
Vesicointestinale Fissur
Sakrumanomalie
Myelomeningocele
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Beckwith-Wiedemann Syndrom (=EMG-Syndrom, d.h. Exomphalos
{= Omphalocele}, Makroglossie, Gigantismus)
Gigantismus
Makroglossie
Omphalocele oder Nabelhernie
Pancreasinselzellhyperplasie
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Trisomie Syndrome
Trisomie 13-15
Trisomie 16-18
2.Andere Arten von Omphalocelen
1.Epigastische Omphalocele
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Cantrell'sche Pentology (s.o.)
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untere Thoraxwandmissbildung mit gespaltenem Sternum
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Herzmissbildung, Pericardmissbildung und strukturelle Missbildung (ektopisches
Herz)
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Zwerchfelldefekt in der vorderen Mittelinie
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epigastrische Omphalocele
2.Hypogastrische Omphalocele
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Caudales Mittelliniensyndrom (s.o.)
3.Hernia into the cord
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kleine Omphalocelen bis 4cm im Durchmesser
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oft mit Pathologien des D. omphaloentericus (D. omphaloentericus persistens,
Meckel'sches Divertikel) assoziiert
3.Komplikationen
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Intrauteriner Wachstumrückstand 20%
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Frühgeburtlichkeit in 50%
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Mortalität 47%-60%
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Klein für Gestationsalter 35%
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Assozierte Fehlbildungen in 30%-70%
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Kardiale Fehlbildungen in 20%-41%
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Mortalität bei Cantrell'scher Pentalogy 75%
Abkärungen
1.Bildgebende Diagnostik
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Ultraschall des Abdomens
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Abklärungen, um andere Anomalien auszuschliessen
Therapie
1.Unterstützend
1.ABC
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Intubation und Ventilation falls nötig
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Infusion
2.Temperaturkontrolle
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Kind bis zum Thorax in eine sterile Plastikhülle legen (erlaubt zudem
die Inspektion der eviszerierten Därme)
3.Infektionsprophylaxe
2.Therapie der Gastroschisis oder Omphalocele
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sterile NaCl-getränkte Gazen auflegen
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Unterstützung ohne Zug
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Magensonde zur gastrointestinalen Dekompression
3. Suche nach weiteren Anomalien
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Cantrell's Pentology
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congenitale Herzfehler
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Trisomien
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Beckwith-Wiedemann Syndrom
4.Chirurgische Therapie
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1.Primärer Bauchdeckenverschluss
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Hey 1803
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indiziert bei kleinen bis mittelgrossen Omphalocelen
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primärer Verschluss ohne Entfernung des entzündenten Gewebes
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die Grenze ist durch die abdominale Druckerhöhung gegeben, welche
zu einer Verschlechterung der Lungenzirkulation führen kann , wie
auch zu einer Beeinträchtigung der Darmzirkulation
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2.Sekundärer Bauchdeckenverschluss (Silastic Pouch)
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Schuster l967
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indiziert bei grossen Defekten und bei Kindern ,die einen primären
Verschluss nicht tolerieren würden
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Anlegen einer Silastikfolie, d.h. eines künstlichen Nabelbruches und
schrittweise Reduktion des Foliensackes mit sekundärem Bauchdeckenverschluss
nach 6-l0 Tagen
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Limitierende Faktoren bilden die Beinträchtignung der mesenterialen
Zirkulation und die Infektion nach 7-10 Tagen
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3.Solitäerer Verschluss der Haut
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indiziert bei Kindern mit komplexen congenitalen Missbildungen
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die Hautlappen werden lateral oder unterhalb der Cele mobilisert, jedoch
nicht oberhalb wegen des Thoraxwachstums und um spätere ventrale Hernien
korrigieren zu können
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diese Therapie führt zu keinem Stimulus der Abdominalhöhle, sodass
dessen Grösse nicht zunimmt
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4.Nicht chirurgische Therapie
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indiziert bei Kindern mit nicht korrigierbaren congenitalen Anomalien
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Bepinselung der intakten Celenmembran mit Mercurochrome 0,25% oder Silbernitratlösung
0,5% zwei mal täglich
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Limitierender Faktoren bildet hier die Zeit mit ca 8-10 Wochen für
die Epithelialisation, Quecksilbervergiftung
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33% Mortalität