Neuroblastom
Defintion
Ein maligner Tumor, der von den postganglionären sympatischen Neuronen
ausgeht und meistens im abdominalbereich liegt.
Epidemiologie
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Prävalenz: 1/10000 Lebendgeburten
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meist extrakraniale solide Tumoren bei Kindern
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macht 8-10% aller kindlicher Tumoren aus
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Alter des Auftretens
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mittleres Alter -2 Jahre
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75% sind bis 5 Jahren diagnostiziert
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97% sind bis zum Alter von 10 Jahren diagnostiziert
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Risikofaktoren
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Familär- chrom.#:1p36.2-p36.1
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Weisse > Schwarze Bevölkerung
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M>W (1.2:1)
Pathogenese
1.Tumorursprung
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Nebennierenmark (50%)
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Extramedullär (sympathischer Strang oder Ganglion)
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unter dem Zwerchfell (30%)
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im Bereich der Beckenganglion und visceralen Ganglien, Paraganglionär
oder im Bereich des Zuckerkandelschen Organes
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oberhalb des Zwerchfells (15-20%)
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bei 70-80% sind bei Diagnose die regionalen Lymphknoten befallen, oder
es sind schon Metastasen vorhanden
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der Tumor kann spontan zurückgehen oder ausreifen ( in 5-10%)
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ca 20% der Tumoren entstehen aus einer Keimmutation
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einige weisen einen autosomal-dominanten Vererbungsmodus auf
Klinische Befunde
1.Primärer Tumor
1.Nebennierenmark
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abdominaler Tumor mit oder ohne Schmerzen, fest, unregelmässig und
schmerzhaft bei der Palpation
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Gewichtsverlust und Erbrechen
2.Extramedullär
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Befall von zervikalen Ganglion führt zum Horner Syndrom und Herterochromie
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Befall von thorakalen Ganglion führt zu Dysphagie, Dyspnoe, Infektionen,
chronischem Husten
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Befall vom Ganglion im Bereich des Beckens führt zu Schwierigkeiten
beim Stuhlen und Wasserlösen
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Intraspinaler Befall führt zu Rückenschmerzen, Paraplegie, Stuhl-
und Harnretention
2. Metastasen
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1.Knochenmark: Schmerzen, Panzytopenie
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2.Kortikaler Befall: Schmerzen (lange Röhrenknochen) periorbitale
Echymosis, Tumor (Schädel)
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3.Leber: Hepatomegalie
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4.Lunge: Dyspnoe, Infektionen
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5.Lymphknoten: supraklaviklär, zervikal, inguinal
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6.Haut: multiple subkutane bläuliche Knoten
3.Paraneoplastisches Syndrom
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1.Angiotensin: Hypertonie (durch Dehnung der Nierenarterie)
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2.Katecholamine: Flush, Hypertonie
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3.VIP Syndrom: wässrige Druchfälle
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4.Opsoklonus-Myoklonus Syndrom: Myoklonien und kurze, schnelle Augenbewegungen
unterschiedlicher Frequenz und AMplitude in alle Richtungen
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5.Progressive cerebelläre Ataxie
Abklärungen
1. Bildgebende Diagnostik
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Thoraxröntgen, Abdomenröntgen, Ultraschall des Abdomens und Skelletabklärung
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CT-Thorax, Abdomen
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MIBG-szintigraphie (wird von Neuroblasten aufgenommen, zeigt Tumorlokalisation)
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Tc-99 Skelettszintigraphie (zeigt Knochenmetastasen)
2.Pathologie
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1. Tumor
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undifferenziert klein, rund, blauzellig (auch mit Rhabdomyosarkom und Ewing-Sarkom
zusammenauftretend)
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2.Knochenmark
Neuroblastom, Panzytopenie
3.Tumormarker/Biologie
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1.Urin
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erhöhte Homovanillinsäure (HVA) und Vanillinmandelsäure
(VMA) ,90-95% der Tumoren sezernieren Katecholamine, erhöhte Metanephrine
und Normetanephrine,
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2.Serum
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Erhöhung von
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Enolase (Neuronspezifisch)
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Ferritin
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LDH (repräsentiert die Tumormenge)
Staging
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Internatinales Neuroblastom Staging System von l988
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Stadien 1-4S
Indizes für eine schlechte Prognose
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Stadium IV
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Stadium III mit
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erhöhter Enolase (>100 ug /L)
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erhöhtes Ferritin (>142ug/L)
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erhöhtes LDH (> 1500 IU/L)
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erhöhte N-myc-Kopien
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Alter > 1 Jahr
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Nebennierentumor
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undifferenzierte Zellen (mit dipoider DNA)
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multiple N-myc Kopien (sog. N-myc-Amplifikation)
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chronische 1p Deletion
Therapie
1.Chirurgie
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primär oder sekundär nach vorhergehender Chemotherapie
2.Chemotherapie
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Haupttherapie
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verschiedene Chematherapeutika in Kombination werden benutzt
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CCSG Protokoll
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Cisplatin
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Etoposid
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Adriamycin
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Cyclophophamid
3.Prognose
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abhängig vom Stadium, Alter und N-myc-amplifikation (s.o.)
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3-jahres Ueberlebensrate (alle Stadien zusammen) ca. 45%
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Kinder mit VIP-abhämgiger, hypokaliämischer Diarrhoe sowie mit
Opso-myoklonus haben eine Ueberlebensrate von über 90%