Myelomenigocele
Defnition
Ein Neuralrohrdefekt mit Herniation von Meningen und Rückenmark
durch einen Wirbeldefekt.
Epidemiologie
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Inzidenz: 1-2/1000 Lebendgeburten
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Alter des Auftretens: vor dem 26. Gestationstag
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Risikofaktoren:
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Multifaktorielle Vererbung
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siehe Meningocele
Pathogenese
1.Spina Bifida Cystica
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Störung im Hyaluronmetabolismus führt zu einem Wirbeldefekt,
sodass es zur Herniation von Meningen sowie evtl. des Rückmarks (das
seinen Kanal verlässt) kommt mit einem neurologischen Ausfall unterhalb
des Defektes.
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Neuralrohrdefekte, welches das Rückenmark oder den Schädel (Encephalocele)
betreffen, sind Ausdruck der gleichen Missbildung.
2.Myelomeningocele(MMC)
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Schwerste Form der Spina bifida-Malformationen (Dysraphie) unter Einbezug
der Wirbelsäule
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Aetiologie ist unbekannt, evtl. Metabolismusstörung (z.B. Hyaluronmetabolismus)
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Das Ausmass der neurologischen Defektes ist abhängig von der Lage
der MMC
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betroffen sind:
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75% Lumbosacral
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25% die übrigen Regionen
Klinische Befunde
1. Myelomeningocele
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Defekt von Weichteilen, Wirbelsäule und Rückenmark mit peripherer
Zona epithelioserosa und zentraler Zona medullovasculosa.
l.Lumbosacral (75%)
1.Tief Sacral
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Darm-und Blaseninkontinenz
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Seniblitätsstörung perianal
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oft keine Beeinträchtigung der motorischen Funktion
2.Lumbal
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Urinträufeln, schlaffer Spincter
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Neurologische Auffälligkeiten im Bereich der unteren Extremitäten
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Schwache Paralyse der unteren Extremitäten
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Fehlender ASR
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Sensibiltätsverlust
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hohe Inzidenz an Fehlstellungen
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Klumpfuss, Hüftluxationen
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trophische Ulcera der unteren Extremitäten
2.Thoracal (25%)
1.untere mittlere Region
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vermehrte neurologische Defekte
2.obere Thoracal-Cervicale Region
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wenig neurologische Defizite
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Hydrocephalus selten
2.Komplikationen
1.Arnold-Chiari Malformation
Typ 1:
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bedeutet die Elongation und Protusion von medullärem und cerebellärem
Gewebe duch das Foramen magnum in den Spinalkanal
Typ 2:
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Typ 1 mit Hydrocephalus
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entwickelt sich bei 80% der MMC
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je tiefer der Defekt, desto seltener tritt ein Hydrocephalus auf
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der Hydrocephalus kann stationär sein oder schnell wachsend
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gewölbte grosse Fontanelle, gestaute Kopfvenen, Phänom der untergehenden
Sonne, gereizt, Uebelkeit, Erbrechen,vergrösserter Kopfumfang
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Störungen: Trinkschwierigkeiten, Husten, Stridor,Apnoe, Paralyse der
Stimmbänder, Spastizität der oberen Extremitäten
2.Krämpfe
3.Meningitis
Abklärungen
1.Bildgebende Diagnostik
1.Wirbelsäulenröntgen
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um Wirbeldefekte auszuschliessen
2.CT/MRI
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um Begleitmissbildungen auszuschliessen
3. Urologische Untersuchungen
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Bestimmung der leak-point-pressure
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evtl. Urodynamik
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US Nieren
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evtl. MCUG
2.Pränatale Diagnose
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erhöhtes mütterliches AFP
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US
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Amniozentese: erhöhtes AFP und Acetylcholinesterase
Therapie
1.Rehabilitation = Teamarbeit!
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Chirurgen, Pädiater, Therapeuten
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Korrektur und unterstützende Therapie
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gegelmässige multidisziplinäre Kontrollen
2.Chirurgie
1.MMC
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operativer Verschluss des MMC-Defektes
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bei Arnold-Chiari-Malformation:
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Shunt zur Entlastung des Hydrocephalus
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Chirurgische Dekompression der Medulla bei Einklemmungserscheinungen
2.Orthopädische Probleme
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Gipsbehandlungen bei Klumpfuss, Korrekturen bei Hüftluxationen
3.Urogenital
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neurogene Blase
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Intermittierendes sauberes Katheterisieren
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pharmakologische Therapie
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chirurgische Therapien, u.a.
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Kollageninjektion
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Mitrofanoff-Blase
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evtl.Implantation eines künstilichen Spinkters bei Inkontinenz
3.Medizinisch
1.Gastrointestinal
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Beeiflussung der Obstipation durch Einläufe und Zäpfchen
2.Urogenital
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Katheterisierung um HWI und VUR zu vermeiden
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regelmässige Kontrollen des Urins, Elektorlyte, Nierenultraschall
und Szintigraphien
4.Prognose
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70% haben eine normale Intelligenz
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Lernschwierigkeiten und Krämpfe treten gehäuft auf im Vergleich
zur normalen Population
5. Prävention
Folsäure
(siehe Meningocele)