Malrotation (Darmlageanomalien)
Definition
Eine congenitale Erkrankung mit unvollständiger Rotation des Darmes
während der fetalen Entwicklung, welche zur akuten oder chronischen,
partiellen oder totaler Obstruktion führen kann.
Epidemiology
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Inzidenz 0,2%
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Alter des Auftretens:gewöhnlich im 1.Lebensjahr mit einem Gipfel vor
dem 2. Lebensmonat
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Malrotationen sind assoziert mit:
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Zwerchfellhernie und Bauchwanddefekte (Omphalocele, Gastroschisis), d.h.
Fehlbildungen, bei denen sich der grössere Teil des Darmes nicht in
der Abdominalhöhle entwickelt
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Situs inversus
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Syndrom mit Asplenie-Polysplenie und congenitale Herzmissbildung
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Duodenalstenose oder -atresie
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selten bei Dünndarmatresien
Pathogenese
Hintergrund
Vor dem 3.Gestationsmonat entwickelt sich der Mitteldarm (distales Duodenum-mittleres
Taransversum) im physiologischen Nabelbruch ausserhalb der Abdominalhöhle.Bei
Wiedereintritt ins Abdomen wandert das Duodenum gegen das Treitz'sche Ligament.
Das Coecum dreht gegen den Uhrzeiger und kommt im rechten unteren Quadranten
zu liegen. Tritt eine Malrotation ein so kommt es zu einer Störung
der Drehung und der Darm liegt falsch positioniert im Abdomen, am häufigsten
liegen dann der Dünbndarm (Duodenum, Jejunum, Ileum) rechts im Abdomen
und das Kolon links. Malrotationen können auch auftreten bei fehlender
Adhährenz des Kolons und der Mesenterialwurzel an der dorsalenAbdominalwand,
sodass es zu einem Zug auf die mesenterialen Gefässe kommt,die wie
ein Stiel wirken, was wiederum in einem Volvulus enden kann. Die Ladd'schen
Bänder können zu partiellen oder totalen Obstruktionen des Duodenums
führen.
Klinische Befunde
Gastrointestinale Manifestation
1.Darmobstruktion
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akute oder chronische, partiell oder totale Obstrukion
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galliges Erbrechen
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wiederholendes Erbrechen und Abdominalschmerzen
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25%-50% der Jugendlichen sind asymptomatisch
2.Komplikationen
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Mangelernährung
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Malabsorbtion
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Proteinverlierende Enteropathie
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Mitteldarmvolvulus mit Ischämie und Gefahr der Nekrose des Dünndarms.
Diese Komplikation tritt meistens innerhalb der ersten LEbenswochen auf
und ist die gefährlichste Komplikation einer Darmlageanomalie. Typisch
ist ein plötzliches galliges Erbrechen aus Wohlbefinden heraus ("the
deadly vomit"). Die Kinder zeigen meistens eine Schocksymptomatik und evtl
.blutige Stühle.
Abklärungen
Bildgebende Diagnostik
1.Dünndarmpassage
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initiale Abklärung bei Patienten ohne Obstuktionen
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Dünndarm auf der rechten Abdominalseite
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Kolon auf der linken Abdominalseite
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Das Duodenum deszendiert rechts der Wirbelsäule
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Das Coecum liegt nicht im rechten unteren Quadranten
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ein scharfer Unterbruch mit einer gebogenen Einengung im Bereich des distalen
Duodenums kann ein Hinweis auf eine Obstrukion sein z.B. durch einen Volvulus
2.Kolonkontrastdarstellung (Bariumeinlauf)
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Das Coecum liegt entweder in der Mittelinie oder links der Mittelinie oder
im oberen Abdomen. Bei 10% der Patienten liegt es an normaler Stelle.
3.Abdomen Röntgen
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Kann die Malrotation oder den Volvulus verpassen
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Double bubble-Zeichen bei Obstrukion, Differentialdiagnose der Duodenalstenose.
Therapie
Chirurgie
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Notfallmässige Laparatomie bei Volvulus
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Falls die radiologischen Abklärungen bei Patienten ohne Symptome für
einen akuten Volvulus eine enge Nachbarschaft des duodenojejunalen und
ileocökalen Uebergangs zeigen, sollte nach Ansicht mancher Autoren
wegen der Gefahr eines Volvulus eine Laddâsche Operation vorgenommen werden.
Viele Autoren sind aber definitiv der Meinung, dass die Diagnose einer
Darmlageanomalie per se eine klare Indikation für eine Laddâsche Operation
darstellt