Enuresis
Definition
Einnässen nach dem Alter von 6 Jahren.
Epidemiologie
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Inzidenz: 25-33% der 4 jährigen Kindern, 15% der 5-6 jährigen
Kindern, 5-7% der 7 jährigen Kindern und 1% der 15 Jährigen.
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Alter des Auftretens:nach Definition nach 6 Jahren
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Risikofaktoren:
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Familienanamnese:
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75%, wenn beide Eltern betroffen waren
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40% wenn ein Elternteil betroffen war
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Geschlecht:
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M>W (nachts)
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W>M (tagsüber)
Differentialdiagnose
1.Organisch
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Instabile Blase
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Obstipation
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Diabetes mellitus oder insipidus
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Nierenschädigung
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Harnwegsinfekt (HWI)
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Neurologische Dysfunktion
2.Nicht Organisch
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Tiefer Schlaf
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Emotionale Instabilität
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Exzessives Trinken
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zu langes Zurückhalten des Urins
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Geistige Retardierung
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Sexueller Missbrauch
Definitionen
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Enuresis nocturna: Einnässen nachts
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Enuresis diurna: Einnässen tagsüber und auch ev. Nachts
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Primäre Enuresis: War nie länger als 6 Monate trocken
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Sekundäre Enuresis:Wiedereinnässen, nachdem es 6 Monate trocken
war
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Rückfall: mehr als 2 mal Nachts einnässen in 2 Wochen
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Initialer Erfolg: 14 aufeianderfolgend trockene Nächte während
einer 16 wöchigen Behandlung
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Kontinuierlicher Erfolg: kein Rückfall innerhalb von 6 Monaten nach
einem initialen Erfolg
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Ganzer Erfolg: kein Rückfall innerhalb von 2 Jahren nach einem initialen
Erfolg.
Pathogenese
1.Entwicklung der Blasenkontrolle
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Neugeborene: urinieren 12-16 mal am Tag
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1-2jährige: entwickeln eine Wahrnemung der Blasenfüllung
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2-4jährige:erkennen das Gefühl des Wasserlassens
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entwickeln die Fähigkeit zurückzuhalten
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4-5jährige:können willentlich die Blase entleeren auch wenn sie
nicht voll ist.
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6-7jährige:können zurückhalten und können die Blase
entleeren wann immer sie wollen
2.Enuresis nocturna
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ein Entwicklungsproblem
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Verzögerung in der Entwicklung der nächlichen Ausschüttung
von ADH
3.Enuresis diurna
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ein Verhaltensproblem
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bei chron. Zurückhalten ergibt sich eine Ueberlaufinkontinenz
Klinische Befunde
1.Anamnese
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primär oder secundär
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nachtsüber oder tagsüber
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Frequenz:
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wie oft in der Woche
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wie oft in der Nacht
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Risikofaktoren:
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Familienanamnese
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rezidivierende HWI (Frequenz, Dysurie)
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Obstipation, Enkompresis
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Neurologische Defekte
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Diabetes mellitus (Polyurie, Poydypsie)
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chron. Zurückhalten
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sich hinhocken
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sich winden
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von einem Bein aufs andere
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vor sich hin starren
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Befunde beim Zurückhalten
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löst kein Wasser nach dem Aufstehen am morgen
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löst nur 2-3 mal am Tag (normal 5-7mal)
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kurzer Aufenthalt im Badezimmer
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Motivation des Kindes und der Familie
2.Physikalische Untersuchung
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Wachstumskurve
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Blutdruck
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Genitalstatus
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Neurologische Untersuchung
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Reflexe
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Missbildungen der Extremitäten und des Rückenmarkes
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Rektaluntersuchung (Obstipation)
Abklärungen
Primär
1.Primäre Enuresis
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Urinstatus mit Osmolarität (Tag und Nacht)
2.Sekundäre Enuresis
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Urinstatus
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Nierenultraschall
Sekundär
1.Bildgebende Diagnostik
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Ultraschall der Nieren
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MCUG (Blasenkapazität)
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Zystoskopie
2.Osmolarität
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9 Urinproben an 3 aufeinander folgenden Tagen: um 16.00, 22.00, und l.00
während das Kind mit der Flüssigkeit auf 25 ml/kg/Tag eingeschränkt
ist
3.Blasenkapazität
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normale Kapazität beträgt Alter des Kindes plus 2 = Unzen
Therapie
1.Beratung des Patienten und der Familie
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Beruhigung und emotionale Unterstützung
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Beschreibung der Häufigkeit der Enuresis in der Gesellschaft
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Erklären von organischen Ursachen, die korregiert werden können
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Erklären, dass die Enuresis von selbst sich auflöst und keine
Erkrankung ist
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Erklären, dass das Kind keinen Einfluss hat auf das Geschehen
2.Behandlung organischer Ursachen
3.Behandlung zuerst der Enuresis diurna, dann nocturna
4.Prinzipien der Therapie
1.Aufstellung eines circadianen Rhythmus des ADH
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Desmopressin
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ein Analogon des ADH
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bewirkt eine zweifache Erhöhung des nächlichen ADH-Spiegels
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hohe Rezidivrate
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wirkt am besten bei den über 8jährigen
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Erfolg innerhalb kurzer Zeit d.h. meist innert einer Woche
2.Konditionierung des Patienten
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Alarmsysteme
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wirkt am besten bei älteren Kindern (>6 Jahren)
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10% spontane Remission, 30% reagieren nicht
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Kind und Familie müssen motiviert sein
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erwarteter Erfolg allerdings erst innerhalb 3-4 Wochen, aber mit niedriger
Rückfallquote
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Belohnendes System
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das Kind übernimmt die Verantwortung für das Problem
5. Andere
1.Erhöhung der Blasenkapazität
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doppelte Flüssigkeitszufuhr um das Zurückhalten schwieriger zu
gestalten
Anticholinergica, um die Blase zu stabilisiere
2.Imipramine
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Antidepressiva, welches den Schlaf oberflächlicher hält, bei
Kindern mit tiefem Schlaf.
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dosisabhängig und wenn trocken, dann Abbau über mehrere Monate
3.Routine
1. Lassen Sie Ihr Kind am Abend nur so viel trinken, wie es Durst empfindet.
Wasser anstelle von Süssgetränken hilft Durst von Lust zu unterscheiden.
2. Es ist dafür zu sorgen, dass das Kind vor dem Schlafengehen
konsequent nochmals zur Toilette geht.
3. Durch Uebungen dem Patienten die Körperempfindung für
eine volle Blase und Drang zum Wasserlösen bewusster machen, z.B.
indem versucht wird, beim Wasserlösen den Urinstrahl wiederholt zu
unterbrechen. |