Cystisches Hygrom
Definition
Es handelt sich um eine vorwiegend im Bereich des Halses gelegene cystische Läsion
aus dilatierten Lymphgefässen im Sinne eines cystischen Lymphangioms.
Epidemiology
Inzidenz: 1/12000 Geburten
Alter des Auftreten:
gewöhlich bei Geburt vorhanden
kann im Ultraschall pränatal nachgewiesen werden
Risikofaktoren: M=W
Pathogenese
1.Hintergrund
- Cystische Hygrome entwickeln sich nach ca. 40 Gestationstagen dadurch, dass die
embryonalen Lymphgefässe sich nicht mit dem venösen System verbinden.Die
lymphatischen Gefässe dilatieren und formen cystische Strukturen.
- Die linke Prädominanz könnte auf ein Versagen des Ductus thoracicus
sich mit der linken Vena subklavia zu verbinden, zurückgeführt werden.
- Lokalisationen:
- 75% im Bereich des Halses
- 20% im Bereich der Axilla
- 5% im Bereich des Mediastinums, Retroperitoneums oder Beckens
Klinische Befunde
1. Cystisches Hygrom
- diffuse nicht schmerzhafte Masse, gewöhnlich im Bereich des Nackens, bereits
bei Geburt vorhanden
- weich und gut abgrenzbar, unregelmässige Struktur bei der Palpation
- die Masse kann sich vergrössern
- einfach zu durchleuten, d.h. postitive Diaphanoskopie
- kleine und mittlere Hygrome sind meistens assymptomatisch
- grössere Hygrome können sich ins Gesicht, in den Mund, in die Zunge,
in die Parotis, in den Larynx oder in den Thorax ausbreiten (15% breiten sich ins
Mediastinum aus) und können somit Komplikationen auslösen.
2.Komplikationen
- Obstruktion der oberen Luftwege (Stridor, Apnoe und Cyanose)
- Dysphagie
- Fehlentwicklung der Mandibula
- Kompression von Nerven
- Blutungen
- Infektionen
Abklärungen
1. Bildgebende Diagnostik
1.Ultraschall
- unilokuläre oder multilokläre Cyste mit einer dünnen oder dicken
Kapsel
- kann cyst. Hygrom intrauterin darstellen
2.Feinnadelpunktion
- normalerweise kann klare oder bernsteinfarbene Flüssigkeit aspiriert werden
- bei Komplikationen (Blutung, Infekt) kann der Inhalt auch blutig, blutig tingiert,
braun oder purulent sein.
Therapie
1. Chirurgie
- chirurgische Entfernung bei grossen und / oder symptomatischen Hygromen
- mehrere Eingriffe können notwendig sein
2. Medikamentöse Therapie
- Instillation von OK-432 (Staphylokokken-Toxin)
Prognose
- abhängig von der Grösse und von den Komplikationen
- nicht vorhersagbar ist das cystische Wachstum und die Ausbreitung in die Umgebung
- manche Cysten verschwinden spontan
- Wiederauftreten der Cyste ist möglich
- normale Lebenserwartung und Intelligenz