Kraniosynostose
Definition
Frühzeitiger Verschluss einer oder mehreren Schädelnähte
durch eine Fehlentwicklung des Schädels.
Epidemiologie
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Alter des Auftretens: in den meisten Fällen fällt es nach der
Geburt auf.
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Risikofaktoren:
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Fämiliär: autosomal dominant, autosomal rezessiv
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chrom: 7p21.3-p21.2
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Gene?
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M=W (ausser Sagittalnaht M>W (4:1))
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bei genetischen Syndromen treten in 10-20% Kranisynostosen auf:
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Apert Syndrom
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Chotzen Syndrom
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Pfeiffer Syndrom
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Carpenter Syndrom
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Crouzon Syndrom
Klassifikation
1.Primär
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Aetiologie unbekannt, jedoch könnte eine Fehlentwicklung der Schädelnähte
zu Grunde liegen, die dazuführt, dass der Schädelknochen entlang
dieser Naht nicht grösser wird, sodass der Schädel parallel zu
der betroffenen Naht weiterwächst.
2.Sekundär
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durch ein fehlendes Hirnwachstum
Formen der Kraniosynostosen
Betroffene Naht:
Sagittal (40%)........................Skaphozephalus
Bikoronal (20%)....................Brachyzephalus
Unikoronal (15%)..................Plagiozephalus (Frontal)
Koronar+Sagittal (10%)........Akrozephalus
Metopica (4%).......................Trigonozephalus
Lambda+Sagittal(1%)...........Plagiozephalus(Occipital)
Alle Nähte..............................Mikrozephlus
Klinische Befunde
1.Kraniosynostose
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abnormale Kopfform
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Knochenrist über der betroffenen Naht
2.Komplikation
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Hydrozephalus
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erhöhter intrakranialler Druck
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Entwicklungsverzögerung
3.Kraniosynostose der Sagittalnaht
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Skaphozephalus
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langer und schmaler Kopf
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prominenter Hinterkopf und vorgewölbte Stirn
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kleine oder fehlende grosse Fontanelle
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meist nicht mit anderen Missbildungen oder Komplikationen verbunden
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normale Neurologie
4.Kraniosynostose der Koronarnaht beidseits
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Brachyzephalus
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Charakteristische Veränderung der Orbita
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Flacher wenig geformter Orbitarand und Frontalknochen, sodass das Orbitavolumen
verkleinert ist :
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Proptosis:Kornealäsionen
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Hypertelorismus
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Verengung des Tränenkanals: Konjunktivitis
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Verminderter Visus (Optiukusschädigung)
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Komplikationen:
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Hydrozephalus mit erhöhtem Druck
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Assozierte Missbildungen:
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Choanalatresie und hoher Gaumen
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Hypoplasie der Maxilla mit prominentem Unterkiefer und schlechter Okklusion
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Assozierte Syndrome:
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Akrozephalosyndaktylie Syndrom
5.Kraniosynostose der Koronarnaht einseitig
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Plagiozephalus (frontal)
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Kraniofaziale Assymetrie
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unilaterale Abflachung der Stirn
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Elevation der ipsilateralen Orbita und Augenbraue
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Prominentes ipsilaterales Ohr
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ipsilateraler Orbitarand wenig geformt : Proptosis und schlechtes Allignement
der Augen
6.Kraniosynostose der Koronar- und Sagitalnaht
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Akrozephalus
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konische Kopfform
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grosse Fontanelle kann weit offen bleiben
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kann mit erhöhtem intrakraniellem Druck einhergehen
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assoziertes Syndrome
7.Totale Kraniosynostose
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Mikrozephalus
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Schädel hat eine normale Form, jedoch zu klein
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kann mit erhöhtem intrakraniellem Druck einhergehen und Entwicklungsverzögerung
8.Kraniosynostose der Metopica
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Trigonozephalus
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Kielförmige Stirn (prominent Frontal und Rand von aussen sichtbar)
dreieckig geformt
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verdickte Stirnknochen
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Deformität der Orbita
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Hypotelorismus
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flacher Orbitarand
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kann mit Entwicklungsstörungen des Frontalhirnes einhergehen
9.Kraniosynostose der Lambda- und Sagittalnaht
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Plagiozephalus
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flacher Hinterkopf
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vorgewölbte Frontalknochen
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kann unilateral sein
Abklärungen
Bildgebende Diagnostik
Schädelröntgen
Therapie
1.Arbeit im Team
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multidisziplinäre präoperative Evaluation
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Pädiater, Chirurgen, Neurologen, Psychologen, Genetiker und Ophtalmologen
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Abklärung anderer Missbildungen und Komplikationen, wie Hydrozephalus
oder erhöhter intrakranieller Druck
2.Kraniotomie
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Korrektur der Kopfform und verhindern intrakranieller und ophtalmologischer
Komplikationen
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sollte im 1. Jahr korrigiert werden
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Elevation der Knochen gelingt besser
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Reossifikation und Remodelling gelingt schneller
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Gesichtsbeteiligung ist geringer
3.Unterstützend
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Genetische Beratung
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Wiederhohlungsrisiko
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Ausschliessen von Syndromen
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Multidisziplinäres Kraniofaziales Team
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Betreuung wegen
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Sprach - und Hörstörung
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Atem- und Ernährungsschwierigkeiten durch Nasendeviation und Choanalatresie
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Opthalmologische Probleme