Urethraduplikaturen Urethraduplikaturen werden in komplette und inkomplette Formen eingeteilt
(siehe Tab. 1).
Tabelle 1: Urethraduplikaturen
komplett
-hypospad
-epispad
-spindelförmig
-Y-förmig
inkomplett
Eine Urethraduplikatur äussert sich durch einen akzessorischen Meatus,
d.h. eine zweite Urethraöffnung. Die Abklärung erfolgt mittels
Mictioncystourethrogramm radiologisch und die Therapie besteht je nach
Typ und Ausprägung in einer Resektion, Bougierung oder Korrektur analog
der Hypospadiekorrektur. Die ventrale Urethra ist imer die dominante.
Sie hat die korrekte Beziehung zur Prostata und dem Sphincter urethrae.
Urethrapolypen Die Urethrapolypen finden sich am häufigsten im Bereich der posterioren
Urethra. Ganz selten kommen auch Polpyen in der anterioren Urethra vor.
Symptome sind ein schwacher Harnstrahl, eine Hämaturie oder ein Harnwegsinfekt.
Differnetialdiagnostisch kommen eine congenitale Hypertrophie des Verumontanum,
ein Fremdkörper, eine Neoplasie (Sarcoma botroydes) oder ein ektoper
Ureter in Frage.
Die transurethrale Excision ist ide Therapie der Wahl.
Lacuna magna / Valve de Guérin Eine Dysurie sowie Blutabgang (meist nur wenige Tropfen) am Ende der
Miktion sind die typischen Sympotme einer sog. Lacuna magna. Dabei handelt
es sich um eine klappenartige Struktur mit einem Sinus im Bereich der dorsalen
Wand der distalen Urethra.
Die anterioren Urethraklappen, die diafferntialdiagnostisch in Frage kommen
liegen ventral!
Nach transurethraler Resektion sind die Knaben beschwerdefrei.
Cobbâs collar Beim Cobb's collar handelt es sich um eine partielle Persistenz der
Membrana urogentialis. Diese Membranreste können vorwiegend fibrös
sein, was sich endoskopisch als starre Stenose dastellt, oder vorwiegend
aus elastischen Fasern bestehen, wobei die Stenose bei der Urethroskopie
in Narkose beim relaxierten Patienten kaum sichtbar ist. Die Symptome sind
eine Hämaturie, eine infravesikale Abflussbehinderung imn Sinne einer
Miktionsstörung oder selten eine Inkontinenz. Als Differentialdiagnose
müssen traumatische oder iatrogene Urethrastrikturen in Erwägung
gezogen werden, wobei die typische Urethrastrktur nach einem Rittlingstrauma
immer im Berich der bulbären Urethra liegt. Die Abklärung erfolgt
mittels Mictioncystourethrogramm und die Therapie besteht in einer endoskopischen
Urethrotomie.
Megalourethra Es gibt zwei Formen einer Megalourethra: die scaphoide und die fusiforme.
Die scaphoide Form ist die häufigere. Es handelt sich dabei um eine
Fehlbildung des Corpus spongiosum. Bei der fusiformen From liegt eine Fahlbildung
des Corpus spongiosum sowie der Corpora carvernosa vor und meistens ist
dies Form mit weiteren letalen Fehlbildungen kombiniert. Das Sympotm ist
eine sichtbare Dilatation der penilen Urethra, die sich wiederum im Mictioncystourethrogramm
gut dartellen lässt. Die Therapie besteht in einer Reduktionsurethroplastik.
Cowperâsche Syringocele Die Abklärung einer Hämaturie, eines Harnwegsinfektes oder
einer Miktionsstörung zeigt gelegentlich eine cystische Dilatation
einer Cowper'schen Drüse im Bereich der bulbären Urethra im Mictioncystourethrogramm.
Mictioncystourethrogramm. Diese cystischen Dilatationen nennt man Cowper'sche
Syringocele.Sie werden in einfache Formen (minimale Erweiterung des Ganges),
perforierte Syringocelen (mit oft grösserer Perforation des Ganges
in die Urethra, was sich als Urethradivertikel darstellt), unperforierte
Form (was sich als submuköse Cyste darstellt) sowie die rupturierte
Syringocele (fragile Membran, die nach Ruptur einer dilatierten Cyste,
in der Urathra sichtbar ist) eingeteilt. Eine Marsupalisation der Syringocele
führt zu einer Heilung der Harnwegsinfekte oder einer Hämaturie,
hingegen bleiben die Miktionsstörungen oft bestehen.
Anteriore Urethraklappen Anteriore Urethraklappen finden sich in ca 40% in der bulbären
und zu ca. 30% in der penilen Urethra sowie in ca. 30% im Bereich des penoscrotalen
Ueberganges. Selten liegen sich im Berich der Fossa naviculairs wo sie
differentialdiagnostisch gegenüber einer Lacuna magna abgegrenzt werden
müssen. Die Klappen liegen typischerweise im ventralen Berich der
Urethrawand.
Die folgenden Fehlbildungen sind so selten, dass sie nur am Rande und der
Vollständigkeit halber erwähnt werden:
Urethraatresie
Urethradivertikel
Congenitale Hyperplasie des Verumontanum
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