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Postoperative Komplikationen und Pathophysiologie nach
visceralen kinderchirurgischen Eingriffen
1. Oesophagusatresie
Nach End-zu-End Anastomose einer Oesophagusatresie besteht während langer
Zeit eine dyskoordinierte, verminderte Motilität des Oesophagus [1], bedingt durch
einen verminderten Gehalt an Ganglienzellen im Plexus myentericus im Bereiche
des Oesophagus sowie des Magenfundus [2]. Dies zeigt sich in der
Röntgenuntersuchung (Oesophaguspassage) und führt zu Dysphagie und oft
steckenbleiben von Fremdkörpern bei Nahrung mit höherer Konsistenz auch bei
lediglich minimalster Stenose. Aus diesem Grunde ist es ratsam die
Schoppenernährung wesentlich länger als bei gesunden Säuglinge beizubehalten,
d.h. für ca. 6-9 Monate als alleinige Ernährung. Die Ernährungsschwierigkeiten
sind nach einer verzögerten primären Anastomose noch grösser [3]
In ca. 5-10% aller Fälle findet sich eine assoziierte kongenitale
Oesophagusstenose. Aus diesem Grunde ist eine postoperative
Oesophagographie unbedingt notwendig, da eine kongenitale Stenose sonst nicht
oder nicht rechtzeitig erkannt wird, obwohl Nambirajan et al. [4] den Stellenwert
dieser Röntgenuntersuchung in Frage stellen.
Die postoperativen Komplikationen nach einer End-zu-End Anastomose bei
Oesophagusatresie sind in Tabelle I zusammengestellt.
Die respiratorischen Komplikationen können entweder durch eine Striktur, einen
gastroösophagealen Reflux, eine assoziierte Tracheomalazie oder eine
rezidivierende tracheoösophageale Fistel bedingt sein [5]. Das Management von
Patienten mit respiratorischen Symptomen nach End-zu-End Anastomose bei einer
Oesophagusatresie ist in Abbildung 1 dargestellt. Als grundlegende Untersuchung
ist die Oesophaguspassage anzusehen. Nach Ausschluss einer Striktur resp. einer
rezidivierenden tracheoösophagealen Fistel ist die Bronchoskopie anzuschliessen.
Falls diese normal ausfällt, sollte mit einer 24 Stunden-pH-Metrie ein
gastroösophagealer Reflux gesucht werden.
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