Unerfahrenheit führt bei jungen Reiterinnen oft zu Unfällen - Perfekte Ausrüstung und gelernter Umgang mit den Vierbeinern sind besonders wichtig

Jedes Jahr verunglücken in Deutschland laut Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder e.V." (BAG) 30.000 Menschen beim Reiten. Allein 40 Prozent der Verletzten sind Mädchen unter 14 Jahren, die ca. 18% aller Reitenden ausmachen.

Unerfahrenheit und Unkenntnis im Umgang mit den Tieren sind die häufigsten Unfallursachen.

Kinder müssen zunächst die Verhaltensweisen der Pferde kennen lernen. Die meisten Unfälle passieren, weil das Pferd unerwartet durch Lärm oder Menschen in der Nähe aufschreckt. Dabei kommt es häufig zu Stürzen, die schlimme Kopfverletzungen zur Folge haben können.

Häufig schwere Kopfverletzungen nach Stürzen vom Pferd

Da das Pferd ist ein Fluchttier ist, reagiert es sehr schnell auf Bewegungen oder Geräusche. Kinder müssen lernen, Bewegungen zu vermeiden, die das Pferd verunsichern können. Aber auch die Pferde slebst müssen an die Umweltbedingungen - Lärm, vorbeifahrende Traktoren etc. - gewöhnt werden.

Mit zunehmendem Alter – das zeigt die Unfallstatistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - nehmen Unfälle beim Reitsport ab.

Für einen sicheren Umgang beim Reiten rät die BAG:
* Verhaltensweisen und Umgang mit dem Pferd kennen lernen
* Tragen von Reithelm, bequemer Reithose und Reitstiefeln ohne Profilsohle
* Für Kinder empfiehlt sich eine versteifte Reitweste
* Gepflegte Ausrüstung wie gut passender Sattel, fachgerecht angebrachte Trense und breite Steigbügel mit rutschfester Gummieinlage
* Keine Selbstüberschatzung: schwierige Ausritte und Übungen nicht ohne Reitlehrer

 

Reitanfänger schon in Unfallvorbeugung schulen

Wer Reiten lernen möchte, braucht viel Zeit und Geduld. Ein Pferd ist kein "Sportgerät", das man schnell hervorholt und nach dem Reiten wieder "versorgt".
Unerfahrenheit und Unkenntnis über das Verhalten der Tiere sind laut BAG die häufigsten Unfallursachen. Viele Kinder und Jugendliche haben diese Geduld jedoch nicht und überschätzen sich.
Viele Unfälle passieren, weil das Pferd nicht so reagiert, wie junge Reiter das erwarten.

Das Pferd ist ein Fluchttier. Es reagiert sehr schnell auf ungewohnte Bewegungen oder Geräusche.

Ein guter Einstieg für Kinder ist das Voltigieren. Es schult die Motorik der jungen Reiter und gibt ihnen eine größere Bewegungssicherheit auf dem Rücken des Pferdes.
Wer sicher reiten will, muss den Umgang mit Pferden sehr sorgfältig erlernen und sich ausführlich mit ihnen beschäftigen.
Pferde sind Herdentiere, die viel Auslauf brauchen und sich mitunter von ihren Artgenossen beeinflussen lassen. Sie lieben Bewegung. Nach Tagen im Stall können sie beimAusritt schon mal übermütig werden.
Gerade bei Ausflügen ins Gelände sollten nur fortgeschrittene Reiter in den Sattel steigen, denn die Nervosität eines Kindes überträgt sich auf das Tier. Doch wer das Pferd beherrscht und den Ausflugsort seinem Können entsprechend auswählt, kann auch mit brenzligen Situationen und den verschiedenen Mentalitäten der Tiere souverän umgehen. Generell gilt jedoch, dass Kinder nie ohne Begleitung eines Reitlehrers ausreiten sollten.
Bei aller Vorsicht lässt sich ein Sturz vom Pferd allerdings nicht immer vermeiden. Deshalb ist eine korrekte Ausrüstung von grösster Bedeutung.

Viele schwere Kopfverletzungen ließen sich vermeiden, wenn die Kinder einen entsprechenden Reithelm trügen.

Vielfach werden aus falschem Traditionsbewusstsein oder weil die Gefahren unterschätzt werden noch einfache Reitkappen getragen, die nicht vor Verletzungen schützen. Die BAG empfiehlt daher das unbedingte Tragen eines Reithelms und sieht sich mit dieser Einschätzung in guter Gesellschaft: Auch Reitlehrer setzten sich dafür ein. Optimaler Halt und eine gute Stoßdämpfung sind dabei die wichtigsten Voraussetzungen.
Aber auch die übrige Ausrüstung wie Reithosen, Sattel und Steigbügel müssen immer wieder überprüft werden. „Die beste Ausrüstung wird zum Risikofaktor, wenn sie nicht entsprechend gepflegt wird“, sagt die BAG-Geschäftsführerin.
Den richtigen Umgang mit den Tieren kann der Reiter-Nachwuchs gründlich erlernen. Die Dachverbände des Reitsports - so z.B. „Fédération Equestre Nationale" - bieten Schulungen und Prüfungen an. Wer Abzeichen wie das „Große Hufeisen", das "Reitbrevet" oder den „Reitpass“ erworben hat, ist auf den Reitsport optimal vorbereitet.

Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V“, 2003