GRILLIEREN – SPASS ABER MIT GEDULD

Holzkohle –Favorit aber nicht ungefährlich

Holzkohlengrills sind die beliebtesten. Leider sind sie nicht ohne Gefahren. Die grösste Gefahr aber ist die Ungeduld, wenn die Kohle zu langsam brennt. Dann werden oft unbedachte und gefährliche Aktionen unternommen.

 

Die Gefahr der Glut: Verpuffung. Vorsicht mit Anzündhilfen!

Für eine gute Glut ist mindestens eine halbe Stunde nötig. Dafür hält die Glut dann auch länger hin. Zum Anzünden gibt es verschiedene Methoden,die einen gefährlich, die anderen gefahrlos, sofern man sie richtig handhabt.
Wenn man Brandbeschleuniger wie Sprit, Benzin, Farbverdünner, Lackprodukte, Pinselreiniger usw. auf heisse Glut giesst, kann sich die rasch verdunstende Flüssigkeit explosionsartig entzünden und die Flamme auf die Flasche übergreifen. Eine Stichflamme kann sich auf 2 Meter oder mehr ausweiten und über 1000 Grad erreichen. Auch wenn die Kohle mit Alkohol übergossen und anschliessend nicht sofort angezündet wird, besteht Gefahr. Da die meisten Gasgemische schwerer sind als Luft, sammeln sie sich am Boden an. Ein Funke genügt, um eine Explosion zu verursachen. Fatal für die Person, die sich unmittelbar in der Nähe befindet. Insbesondere Kinder sind wegen ihrer Körpergrösse gefährdet, da sich der Kopf meist gerade auf der Höhe des Grills befindet.

Sicheres Verhalten lehren und zeigen! - Vorbildfunktion

Gießen Sie nie Spiritus auf zu langsam brennende Grillfeuer. Sonst kann es zu einer Verpuffung kommen.
Eine Verpuffung ist keine Stichflamme über dem Grill, sondern eine meterbreite und meterhohe Flammenwand!

Flüssige Anzündhilfen basieren auf Petrol und brennen relativ langsam. Man giesst sie auf die kalten Kohlen, wartet eine Minute und zündet sie dann an. Falls auf bestehende Glut nachgegossen werden muss, nie direkt darauf leeren, sondern Holzschnitzel damit tränken und diese aufs Feuer legen. Welches Produkt man auch verwendet, immer auf die Seite stehen und nicht direkt vor die Feuerstelle. Die gleichen Empfehlungen gelten auch für Anzündpasten und -gels.
Feste Anzündhilfen in Form von kleinen Würfeln aus gepresstem Sägemehl und getränkt mit Leinöl sind praktisch und sicher. Man kann sie auch nachträglich in die Glut legen, wenn das Feuer schlecht brennt. Das ist häufig der Fall, wenn zu Beginn der Saison mit Holzkohlen gegrillt wird, die während der Winterlagerung feucht geworden sind. Ein Anzündkamin und Zeitungspapier sind die wirksamste, umweltfreundlichste und sicherste Methode, um ein Grillfeuer zu entfachen.

Kinder lernen durch Nachahmung – dies gilt auch für riskantes Verhalten!
Gehen Sie gerade mit Feuer umsichtig und verantwortungsbewusst um. Experimentieren Sie nicht mit Feuer herum, auch nicht beim Grillieren!

Faszination des Feuers

Kinder sind fasziniert vom Feuer. Sie sind jedoch auch gefährdet, weil sich ihr Gesicht wegen der geringen Körpergrösse oft auf Höhe der Flammen befindet. Statt aber den Umgang mit Feuer zu verbieten, ist es besser, ihnen das sichere Verhalten zu zeigen und zu lehren. Kinder dürfen sich trotzdem nie unbeaufsichtigt in der Nähe einer Feuerstelle aufhalten. Das hat übrigens kürzlich auch das Bundesgericht in einem Fall bestätigt: Ein 12-jähriges Kind erlitt schlimme Verbrennungen durch Brennsprit, den ein kleiner Kamerad in die Glut geschüttet hatte, ohne dass es die unaufmerksamen Erwachsenen bemerkt hatten.

Tipps zum sicheren Grillieren mit Kindern

  • Hochwertige Gillgeräte ohne Kanten kippsicher im Windschatten aufstellen. Entfernt von anderen brennbaren Materialien
  • Nur Holzkohle verwenden
  • Feuer nur mit geeigneten speziellen Anzündhilfen entfachen. AUF KEINEN FALL SPIRITUS VERWENDEN!
  • Streichhölzer und Feurzange für Kinder unerrreichbar aufbewahren
  • Feuer und Glut nach dem Grillieren löschen
  • Wasser und Wolldecke als Löschhilfen bereit stellen. Brennendes Fett nicht mit Wasser löschen
  • Grillschalen aus Aluminium verwenden um abtropfendes Fett aufzufangen, bevor es sich entzünden kann.

Falls trotz Vorsicht eine Verbennung stattgefunden hat, soll vor jeglicher anderen Aktion - wie Arzt oder Spital anrufen, resp. panikartiges Abfahren ins Spital – die betroffene Körperregion mind. 15 Min lang mit Wasser gekühlt werden.