FOLSÄURE ZUR VERHÜTUNG VON NEURALROHRDEFEKTEN

Die häufigste Form eines Neuralrohrdefektes resp. Spina bifida ist die Myelomeningocele (MMC), das sog. "offene Rückenmark". Dabei handelt es sich um eine schwere Fehlbildung mit Lähmungen der unteren Extremitäten, des Beckenbodens - oft mit Urin- und Stuhlinkontinenz - im Sinne einer Querschnittslähmung, sowie meist mit einem Hydrocephalus. Diese Fehlbildung bedeutet eine lebenslängliche Merhfachbehinderung.

Es gilt heute als gut dokumentiert, dass eine perikonzeptionelle Einnahme von genügend Folsäure das Risiko für eine Myelomeningocele deutlich vermindern kann. Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin, das in frischem Gemüse und Früchten enthalten ist und das in der empfohlenen Dosierung ohne Bedenken eingenommen werden darf. Die für Schwangere empfohlene mittlere Dosis von Folsäure wird aber auch mit einer ausgeglichenen Ernährung in der Regel nicht errreicht, weshalb eine zusätzliche Folsäure-Einnahme perikonzeptionell empfohlen wird. Die Folsäure-Zufuhr soll 4 Wochen vor der Konzeption einsetzen und bis 8 Wochen danach fortgesetzt werden. Die ersten und die letzten 4 Wochen sind als Sicherheitsmarge zu betrachten.

A) Generelle Prophylaxe

Zur allgemeinen Reduktion von Neuralrohrdefekten solen Frauen im gebährfähigen Alter, die schwanger werden möchten oder könnten, d.h. Frauen ohne zuverlässigen Konzeptionsschutz, täglich 0,4 mg Folsäure einnehmen. 
(Frauen, die ohne Prophylaxe schwenager weden, deren Schwangerschaft jedoch früh erfasst wird, sollen unverzüglich eine Folsäure-Prophylaxe erhalten, sofern diese vor dem 28. Tag nach der Konzeption einsetzen kann.) 
 

B) Prophylaxe bei Risikosituationen

Frauen, die selbst oder deren nahe Verwandte ein Kind mit MMC geboren haben, oder bei denen früher eine Schwangerschaft deshalb abgebrochen wurde, sollen bei weiterem Kinderwunsch eine Folsäure-Prophylaxe mit 4mg Folsäure täglich erhalten.

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