Es gilt heute als gut dokumentiert, dass eine perikonzeptionelle Einnahme
von genügend Folsäure das Risiko für eine Myelomeningocele
deutlich vermindern kann. Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin,
das in frischem Gemüse und Früchten enthalten ist und das in
der empfohlenen Dosierung ohne Bedenken eingenommen werden darf. Die für
Schwangere empfohlene mittlere Dosis von Folsäure wird aber auch mit
einer ausgeglichenen Ernährung in der Regel nicht errreicht, weshalb
eine zusätzliche Folsäure-Einnahme perikonzeptionell empfohlen
wird. Die Folsäure-Zufuhr soll 4 Wochen vor der Konzeption
einsetzen und bis 8 Wochen danach fortgesetzt werden. Die ersten
und die letzten 4 Wochen sind als Sicherheitsmarge zu betrachten.
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A) Generelle ProphylaxeZur allgemeinen Reduktion von Neuralrohrdefekten solen Frauen im gebährfähigen Alter, die schwanger werden möchten oder könnten, d.h. Frauen ohne zuverlässigen Konzeptionsschutz, täglich 0,4 mg Folsäure einnehmen.Ê(Frauen, die ohne Prophylaxe schwenager weden, deren Schwangerschaft jedoch früh erfasst wird, sollen unverzüglich eine Folsäure-Prophylaxe erhalten, sofern diese vor dem 28. Tag nach der Konzeption einsetzen kann.)Ê ÊÊ B) Prophylaxe bei RisikosituationenFrauen, die selbst oder deren nahe Verwandte ein Kind mit MMC geboren haben, oder bei denen früher eine Schwangerschaft deshalb abgebrochen wurde, sollen bei weiterem Kinderwunsch eine Folsäure-Prophylaxe mit 4mg Folsäure täglich erhalten. |