Ein Dünndarmvoluvs ist die gefürchtetste und gefährlichste
Komplikation einer Darmlageanomalie. Klassicherweise kommt es zu akut
auftretendem galligem Erbrechen aus voller Gesundheit. Eine solche Zäsur
ist absolut typisch für einen Volvulus. Ein Volvulus kann aber auch
ohne Darmlageanomlie auftreten (1).
Typischerweise tritt ein Volvulus in den ersten Lebenswochen auf und
die meisten Kinder sind schockiert, da ein Grossteil des Blutvolumens im
Splanchniscusgebiet kongestioniert bleibt. Wenn ein Volvulus von 360 Grad
oder mehr besteht, führt dies - wie bei einem Mesenterialinfarkt -
zu einem vollständigen Verschluss der arteriellen Durchblutung und
wie erwähnt zu einer pathophysiologisch bedeutenden venösen Stase.
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| Akut aufgetretens galliges Erbrechen und Schock = dringendster Verdacht auf Volvulus |
Falls bei dieser Situation nicht rechtzeitig, d.h. sehr schnell, laparatomiert
und der volvulierte Darmabschnitt derotiert wird, kommt es zu einer irreversiblen
Nekrose des gesamten Dünndarms.
Im angelsächsischen Sprachbereich wird die Erkrankung als "the
deadly vomit" (2) bezeichnet, womit unterstrichen werden soll, dass es
sich um eine dramatische Situation handelt, wenn sie nicht rechtzeitig,
d.h. sofort, erkannt und nicht genügend schnell operiert wird.
Falls die Anamnese den Verdacht auf einen Volvulus leitet, soll keine
Zeit mit weitreichender radiologischer Abklärung vertan werden! Der
Patient ist unverzüglich zu laparatomieren und eine Derotation vorzunehmen.
Zudem gibt es Fälle von segmentalem Volvulus des Dünndarmes.
Bei dieser Situation ist die Anamnese nicht so eindeutig und klassisch,
weshalb sie bis zur Laparatomie meistens unerkannt bleibt (3).
Abb. intraoperativer Situs des Falles (Volvulus 270 Grad, keine Darmlageanomlie):
beachte die venöse Kongestion und die massive Lymphstase
Ref:
1. Vergens P, Boissinot F, Pontailler JR et al: Volvulus primitif du
grêle sans malrotation, Ann Pédiatr 36: 141-147, 1989
2. Millar AJW, Rode H, Brown RA et al: The deadly vomit: malrotation
and midgut volvulus. A review of 137 cases. Pediatr Surg Int 2: 172-176,
1987
3. Kitano Y, Hashizume K, Ohkura M: Segmental small-bowel volvulus
not associated with malrotation in childhood