Fall der Woche 5/08

Diagnose:

'Meconium plug obstruction' bei 'small left colon syndrome'

Fortbildung:

Meconium plug obstruction

Unter dem Begriff 'meconium plug obstruction' werden alle Obstruktionen durch einen Mekoniumpfropf im Bereich des Colons zusammengefasst (im Gegensatz zum 'Mekoniumileus' wo die Obstruktion im Bereich des Dünndarmes vor der Ileocoecalklappe liegt).

Grundsätzlich ist eine Obstruktion auf jedem Niveau des Colons möglich. Am häufigsten findet sich der Mekoniumpfropf im Bereich des Rectums, aus dem er mittels Einläufe ausgespült werden kann. Ursache für diese Obstruktion kann einerseits ein sog. Mekoniumpfropfsyndrom per se, d.h. ohne besondere Ursache sein (ca. 50%) , andererseits können ihr rel. häufig ein M. Hirschsprung (ca. 40%) oder eine cystische Fibrose zu Grunde liegen, weshalb bei einem Mekoniumpfropf diese beiden Krankheiten immer aktiv ausgeschlossen werden müssen. Die Diagnose 'Mekoniumpfropfsyndrom' darf erst nach Ausschluss dieser beiden Erkrankungen gestellt werden. Eine Mekoniumpfropfobstruktion kann auch in Zusammenhang mit einem 'small left colon syndrome' vorkommen (ca. 20%).

Ref:
Burge D et al, Meconium plug obstruction. Pediatr Surg Int (2004) 20:108-110