Choledochocele
Bei der Choledochocele handlet es sich um einen speziellen Typ der Choledochsucysten,
nämlich eine rein intraduodenal gelegene Cyste (Typ III nach Alonso-Lej).
Die Häufigkeit wird mit 0,5% aller Choledochuscysten angegeben.
Die klinischen Symptome sind in 30-45% aller Fälle eine Pancreatitis,
bei ca. 25% manifestiert sich die Fehlbildung mit einem obstruktiven Ikterus
(1). Masetti et al (2) geben diffuse Bauchschmerzen in 91%, Pancreatits
in 38%, Nausea oder Erbrechen in 35% und Ikterus in 26% an. Bei 43% aller
Patienten fanden diese Autoren eine assoziierte Cholelithiasis.
Differentialdiagnostisch kommt am ehesten eine cystische Duplikatur
des Duodenums in Frage, welche ebenfalls am häufigsten im postero-medialen
Anteil der Pars II duodeni liegen. Klinisch hingegen machen sich Duplikaturen
am ehesten durch eine Obstruktion mit Erbrechen und/oder einer palpablen
Resistenz bemerkbar. Weiter kommen auch Pancreaspseudocysten oder selten
congenitale Pancreascysten in Betracht.
Die bildgebenden Verfahren wie US, CT aber auch in der Magen-Darmpassage
zeigen die Cele vilefach nicht, insbesondere, wenn sie klein oder im Zeitüunkt
der Untersuchung leer ist.
Es sind mehrere verschiedene Formen der Choledochocele beschrieben
worden (4). Die nachstehende Abbildung zeigt zwei mögliche Formen
der Choledochocle.
Die Cele kann aussen und innen mit duodenaler Mucosa (2/3) oder innen
mit Gallgengansepithel (1/3) ausgekleidet sein (1).
Die Indikation zur Operation ist durch das Risiko von Pancreatitiden
und insbesondere der möglichen malignene Entartung des Gallengansepithels
gegeben.
Die Therapie der Wahl ist eine transduodenale Marsupialisation der
Cele (2). Eine endoskopische Schlitzung der Cele wird nur bei sehr kleinen
Celen empfohlen. Aeusserste Vorsicht ist geboten bei der Resektion der
Cele um die Papille nicht zu beschädigen.
Sarris und Tsang (4) empfehlen nach der Celenresektion intraop. eine
Cholangiographie durchzuführen, um verbleibebnde Konkremente auszuschliessen
und die Durchgängigkeit des D. choledochus sowie des D. pancreaticus
zu beweisen.
Literatur:
1. Groebli Y, Meyer JL, Tschanz P: Choledochocele Demonstrated by Computed
Tomographic Cholnagiography: Report of a Case, Surg Today 30:272-276, 2000
2. Manning PB, Polley TZ, Oldham KT: Choledochocele: an unusual form
of choledochal cyst, Ped Surg Int 5: 22-26, 1990
3. Masetti R, Antinori A, Coppola R et al: Choledochocele: changing
trendsd in diagnosis and management, Surg Today 26: 281-285, 1996
4. Sarris GE and Tsang D: Choledochocele: Case report, literautre review,
and a proposed classification, Surgery 105:408-414, 1989