Fall der Woche 4/07

Diagnose:

Epiphysenlösung mediale Clavicula

Fortbildung:

Epiphysenlösung mediale Clavicula

Die medialen Epiphysenlösungen machen ca. 3% aller 'Clavikulafrakturen' aus. Die "sternoclavikuläre Luxation" ist im Kindesalter eine Epiphysenlösung. Eine sterno-clavikuläre Luxation gibt es erst nach dem Fugenschluss (21-25. LJ). Das klinische Bild imponiert mit Schmerzen lokal und einer Bewegungseinschränkung, zudem findet sich eine Schwellung oder Delle je nach Typ der Dislokation. Die Metaphyse kann nach kranio-ventral dislozieren (häufig) oder nach dorsal, was betr. Kompression der Trachea gefährlich sein kann. Die möglichen Komplikationen bei einer Dislokation nach dorsal sind vorallem Stridor, Dyspnoe und/oder Dysphagie. Seltener kommt es zu einer venösen Stauung mit nachfolgender Thrombose in der V. subclavia oder zu einer Ischämie des Armes wegen einer Kompression der A. subclavia. Ebenso sind Hämato- und Pneumothorax oder ein Pneumomediastinum oder Sensibilitätsstörungen im Arm auf Grund einer Beeinträchtigung des Plexus brachialis seltene Komplikationen. Die Abklärung erfolgt mittels CT oder MRI, da die konventionellen Röntgenbilder keine verlässliche Aussage erlauben.

Therapie:
Bei cranio-ventraler Dislokation: konservativ mittels Rucksackverband, bei dorsaler Dislokation: primär geschlossene Reposition mit der Hirschzange in der sog. "beach chair-position", d.h. mit hoher Unterlage zwischen den Schulterblättern und nach dorsal hängenden Schultern (siehe Abb). Bei Redislokationen ist eine offene Reposition und innere Naht-Fixation angezeigt. Die Prognose ist generell gut.