Fall der Woche 4/05

Diagnose:

Analsegel (congenitale Analstenose)

Fortbildung:

Analsegel (congenitale Analstenose)

Analstenosen kommen kongenital, d.h. angeboren oder erworben vor.

Bei den erworbenen Analstenosen handelt es sich in den meisten Fällen um postoperative Zustände nach anorektalen Fehlbildungen oder eines M. Hirschsprung, die im anokutanen Bereich liegen. Die Behandlung besteht ebenfalls in repetitiven Bougierungen. Bei Unmöglichkeit einer Dilatation oder Therapieresistenz ist eine Stenosenresektion noctwendig.

Bei den angeborenen Analstenosen findet sich als Ursache in seltenen Fällen eine membranöse Analstenose im Sinne einer unvollständigen Regression der Analmembran. In diesem Fall wölbt sich die residuelle Membran bei der Defäkation segelartig vor und verursacht Beschwerden im Sinne einer Obstipation und/oder Schmerzen. Die Therapie besteht bei diesen Fällen in einer chirurgischen Excision der Restmembran, wobei der M. sphincter ani externus (siehe Abb.) zu schonen ist sowie einer Bougierungsbehandlung postoperativ.