Fall der Woche 3/99

Diagnose:

Sternoclavikuläre Luxation links nach posterior

Fortbildung:

Sternoclavikuläre Luxation resp. mediale clavikuläre Epiphysiolyse

Bei der sog. sternoclavikulären Luxation im Kindesalter resp. während des Wachstums handelt es sich praktisch immer um eine mediale clavikuläre Epiphysiolyse. Das Trauma ist meist ein relativ  harmloser Sturz auf die ipsilaterale Schulter. Klinisch fällt eine vielfach lediglich diskrete Asymmetrie der Sternoclavikulargelenke mit Aussparung oder Prominenz im medialen Bereich der Clavikula auf und Schmerzen bei Bewegungen der Schulter sind typisch. Uebliche Röntgenaufnahmen der Clavikula zeigen die Dislokation in der Regel nicht. Erst spezielle Aufnahmen (nach Heinig) und/oder das CT demonstrieren die Dislokation der Clavikula, die entweder nach posterior oder nach anterior erfolgt sein kann. Bei der posterioren Dislokation kommt es gelgentlich zu einer Dysphagie oder seltener zu einer Dyspnoe oder zu Sensibilitätsstörungen des Armes. Die Therapie der posterioren Dislokation umfasst eine geschlossene Reposition (klassischerweise in der sog. "beach chair position", d.h. einem Sandsack unter der oberen BWS mit hängenden Schultern und einer Tuchklammer mit welcher die Clavikula perkutan gefasst und reponiert wird) in Allgemeinanästhesie mit nachfolgendem Rucksackverband für ca. 4 Wochen. Da bei der ventralen Dislokation das Periost meist zerreisst, ist eine geschlossene Reposition nicht erfolgreich, weshalb primär eine offene Reposition sowie Fixation vorzugsweise mittels eines Vicrylbandes (Operation nach Simurda) erfolgen sollte. Die funktione00 llen Langzeitresultate sind sehr gut.