Subacute Osteomyelitis
Knocheninfekte finden sich am Häufigsten diaphysär. Die Infektionen werden in akute und subakute hämatogene sowie die chronische Osteomyelitis eingeteilt. Von einer subakute Osteomyelitis spricht man bei einer mind. 2 wöchigen Anamnese, fehlenden systemischen Infektzeichen und bei Vorliegen von typischen radiologischen Befunden. Die Ursache ist wahrscheinlich ein wenig virulenter Erreger bei entsprechend günstiger Resistenzlage des Patienten. Diese subakute Osteomyelitis kommt vorwiegend im Bereich der Tibia und unifocal vor.
Die Anamnese ist in den meisten Fällen nicht typisch, gelegentlich geht den Beschwerden ein Bagatelltrauma voraus, welches für die Schmerzen und Schwellung verantwortlich gemacht wird, so dass die Diagnose meist erst mit einiger Latenz gestellt wird. Oft sind die Patienten afebril und die Laborwerte zeigen in der Regel keine erhöhten Entzündungsparameter, ausser einer erhöhten Blutsenkungsreaktion. Die Blutkulturen sind in den meisten Fällen negativ. Die Befunde der konventionellen Röntgenbilder sind besonders wichtig im Hinblick auf die Differentialdiagnose Radiologisch wegweisend ist das sog. "Penumbra-Zeichen" im CT. Einige Autoren vertreten die Meinung, dass dieses Zeichen die Läsion einer subakuten Osteomyelitis von ossären Neoplasien unterscheiden lässt.
Während in der orthopädischen Literatur fast ausnahmslos die Meinung vertreten wird, dass die Diagnose nur nach einer Knochenbiopsie gestellt werden dürfe, ist eine Biopsie für zahlreiche Autoren kein Desiderat.
Die Läsionen wurden von Roberts et al in 6 Typen (metaphsär ohne kortikale Erosion, metaphsär mit kortikaler Erosion, diaphysär kortikal, diaphysär periostal, epiphysär und vertebral) eingeteilt und von Gonzalez-Lopez et al um zwei Typen erweitert (epiphysär-metaphysär und Läsionen der flachen Knochen).
Die Differentialdiagnose eines osteolytischen Herdes im Diaphysen-/Epiphysenbereich von Röhrenknochen umfasst das Chondroblastom, den Riesenzelltumor und das Osteosarkom. Tumore, die in der Epiphyse vorkommen sind das Chondroblastom, eosinophile Granulom und das Osteoidosteom. Ross und Cole haben das Konzept der "aggressiven Läsion" etabliert. Dabei bedürfen radiolog. "aggressive Läsionen" einer Biopsie. Im negativen Fall ist ein konservatives Therapieprotokoll mit 6-wöchiger Antibioticatherapie (3 Wochen intravenös, 3 Wochen peroral) ausreichend.
Literatur:
Marui T et al, Subacute osteomyelitis of long bones. Diagnostic usefulness of the "penumbra sign" on MRI, Clin Imaging 26: 314-318, 2002
Gonzalez-Lopez JL et al, Subacute Osteomyelitis in Children, J Pediatr Orthop, 10-B, 101-104, 2001
Ross ERS and Cole WG, Treatment of subacute Osteomyelitis in childhood, J Bone Joint Surg (Br) 67-B, 443-448, 1985