Bei der cystischen Dysplasie des Rete testis handelt es sich um einen cystischen
benignen Tumor des Hodengewebes.
Die Differentialdiagnose der zystischen Veränderungen des Hodens umfassen
Epidermoidzysten, Dermoidzysten, das präpubertale Teratom, den juvenilen
Granulosazelltumor, die zystische Hodendysplasie, das zystische Lymphangiom,
die einfache Hodenzyste sowie zystische Veränderungen nach Hodentorsion.
Rete testis = mit einschichtig kubischem Epithel ausgekleidets Kanälchennetz
zwischen den Tubuli seminiferi recti und den Tubuli efferentes im Mediastinum
des Hodens (Fig 1)
Fig Schema Rete testis
Obwohl die zystischen Tumore des Hodens selten sind, ist es wichtig die
potentiellen Diagnosen zu kennen und das beste Management für den individuellen
Patienten zu wählen. Abgesehen von der äusserst seltenen einfachen
Hodenzyste mit typischem Ultraschallbefund, lässt nur die
histologische Untersuchung eine definitive Diagnose zu.
Fig 2. Histologie
In Bezug auf die Aetiologie wird am ehesten eine Malunion zwischen dem
Blastem der Gonaden und dem Wolff'schen Gang vermutet. Diese Hypothese erklärt
die Komination einer reanalen und testikulären Pathologie am besten.
Heute wird unter anderem auch bei Diagnosen wie z.B. bei der zystischen
Hodendysplasie ein konservatives Management diskutiert (Garret et al).
Damit die Diagnose "cystische Hodendysplasie" (testicular cystic dysplasia)
gestellt werden darf müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
Toffolutti T , Gamba PG, Cecchetto G et al
Testicular Cystic Dysplasia: Evaluation of 3 New Cases Treated Without Surgery
J Urol 162: 2146-2148, 1999
Garrett JE, Cartwright PC, Snow BW et al
Cystic Testicular Lesions in the Pediatric Population
J Urol 163: 928-936, 2000