Fall der Woche 2/99

Diagnose:

Septische Arthritis des linken Hüftgelenkes

Fortbildung:

Septische Arthritis des linken HüftgelenkesÊ

Die septische Arthirtis ist eine gefährliche und potentiell invalidisierende Entzündung. Die Häufigkeit der befallenen Gelenke ist in Tab. 1 ersichtlich.
Tabelle 1: Häufigkeit der befallenen Gelenke bei septischer Arthritis
Ê
Knie 40%
Hüftgelenk 23%
Ellenbogengelenk 14%
Sprunggelenk 13%

Die Krankheit äussert sich vorzugsweise mit einer Pseudoparalyse d.h. Schonhaltung und bei betroffener unterer Extremität fehlender Belastung. Diagnostisch wegleitend ist eine Leukocytose mit Linksverschiebung, eine deutlich erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit sowie ein erhöhtes C-reaktives Protein. Die Ultraschalluntersuchung zeigt einen Gelenkserguss vorallem im Bereich des Hüftgelenkes, wo klinisch eine Schwellung meist nicht erkennbar ist.Als Ausgangsbefund muss immer ein Röntgenbild in 2 Ebenen angefertigt werden.
Beim Säugling ist die septische Coxarthritis eine besonders gefährliche Krankheit. Hier kann beim Entdeckken der Erkrankung bereits eine Subluxation der Hüfte, bedingt durchÊ einen intraartikulären Pannus - wie im vorliegenden Fall - bestehen. Im Säuglingsalter kann ein solcher Pannus zu einer Siubluxation eines Hüftgelenkes führen. Eine Punktion führt in dieser Situation nicht zum Ziel. Es muss notfallmässig die Gelenkskapsel operativ eröffnet und der Pannus resp. Eiter chirurgisch entfernt, sowie eine Drainge eingelegt werden.
Jenseits des zweiten Lebensjahres ist der Staphylococcus aureus der häufigste Erreger der septischen Arthritis, bei Kindern unter 2 Jahren ist Hämophilus influenzae Typ B der häufigste Erreger.

Bei älteren Kindern hat sich das folgende Schema der Abklärung resp. Behandlung empfohlen:

Management bei Verdacht auf Coxitis