Fall der Woche 2/08

Diagnose:

Spannungsgastrothorax (als Spannungspneumothorax fehlinterpretiert)

Fortbildung:

Spannungsgastrothorax

Zu einem Spannungsgastrothorax kommt es wenn der Magen als einziges viszerales Organ durch eine kleine Zwerchfelllücke - analog wie bei der klassischen angeborenen Zwerchfellhernie- in den Thoraaxraum herniert und durch das "Einklemmen" des Magenausganges die Magenenetleerung insbesondere auch für geschluckte Luft verunmöglicht wird. Dadurch kommt es zu einer Akkumulation von Luft im Magen mit konsekutiver Herniation des Mediastinums durch den überblähten Magen nach rechts, d.h. zur ausbildung eines Spannungsgastrothorax.

Die "Luftfigur" des Spannungsgastrothorax unterscheidet sich gegenüber einem Spannungspneumothorax durch eine nierenfartige Form und die nach caudal abgerundete Grenze ohne dass das linke Zwerchfell akzentuiert zur Dartellung kommt. Zudem ist der Sinus phrenicocostalis nicht frei dargestellt.

Bei Säuglingen, d..h jenseits dere Neugeborenenperiode, ist ein Spannungspneumothorax ausserordentlich selten und kommt eigentlich nur in Zusammenhang mit einer Lungenmalformation vor.

Die Notfalltherapie besteht im Legen einer Magensonde bis in den überblähten Magen, über welche die gefangene Luft entweicht und der Magen entlastet wird. Bei Fehlschlagen dieses Procederes hilft nur eine Parazentese des intrathorakalen Magens durch eine Nadel resp. dünnen Drain.

Die definitive Korrektur beinhaltet die Repostition des Magens unter das Zwerchfell und den Zwerchfellverschluss, der sich wegen der Kleinheit der Lücke in der Regel problemlos geestaltet.

Ref:
Horst M et al, Tension gastrothorax. J Pediatr Surg (2005) 40:1500-1504