Fall der Woche 2/02
Diagnose:
Monteggia-Fraktur
Fortbildung:
Monteggia-Fraktur
Die klassische Meonteggia-Fraktur ist eine Kombination einer Ulnaschaftfraktur
sowie einer Radiusköpfchenluxation. Die Ulnafraktur kann sich vom mittleren
Ulnadrittel bis ganz proximal im Sinne einer Olekranonfraktur befinden (siehe
Abb1). Die Radiusköpfchenluxation erfolgt in der Regel nach ventral
oder radial, ganz selten nach dorsal.
|
Entscheidend ist die Luxation des proximalen
Radius nicht zu übersehen.
|
Daher ist es imperativ, dass bei allen Schaftfrakturen des Vorderarmes
stets das Ellbogengelenk mitgeröngt wird! Dabei ist in beiden
Ebenen die korrekte Zentrierung des Radiusköpfchens auf
das Capitulum humeri (Condylus radialis humeri) zu überprüfen.
Wichtigstes Ziel der Behandlung ist die Korrektur der Radiusköpfchen-Luxation.
Diese gelingt in der Regel problemlos. wenn die Fehlstellung der Ulna -
geschlossen oder offen - korrigiert ist. Bei Grünholzfrakturen der
Ulna ist nur selten eine offene Reposition wegen Interposition des Ringbandes
erforderlich. Bei vollständig dislozierten Ulnafrakturen ist eine primäre
Plattenosteosynthese zu empfehlen, um das Repositionsergebnis des Radius
zuverlässig zu sichern, d.h. eine Dislocatio ad longitudinem der Ulna
zu verhindern, was zu einer Reluxation des Radiusköpfchens führen
würde.
Bei allen konservativ behandelten Monteggia-frakturen ist eine Stellungskontrolle
8-10 Tagen nach der Reposition wichtig, um sekundäre Dislokationen
zu erfassen.
Veraltete Luxationen des Radiusköpfchens haben eine ungünstige Prognose.
Abb. 1 Formen der Moteggia-Läsionen:
(nach v. Laer)