Fall der Woche 1/98

Diagnose:

Neurogene Appendikopathie

Fortbildung:

Neurogene Appendikopathie

Bei ca. 10-15% sog. negativer Appendektomien kann diese Diagnose gefunden werden. Es handelt sich dabei um eine rein histologische Diagnose und man muss den Pathologen beauftragen spezifisch danach zu suchen. Es handelt sich dabei um eine fakultative Vorerkrankung des Appendixcarcinoids.
Höfler (1) unterscheidet 3 histologische Typen:
1. Intramucinöse Form: nebst Nervenfaserproliferation vermehrt vom Epithel isoliert gelegene endokrine Zellen
2. Axiales Neurom:  ebenfalls mit Vermehrung der endokrinen Stromazellen
3. Neuromuskuläre Proliferation in der Submucosa: ohne Vermehrung der endokrinen Zellen

Die Symptome sind: längerdauernde Beschwerden, oft über Jahre, rezidivierend und kolikartig, oft vegetative Störungen vorallem Obstipation, Diarrhoe und Brechreiz am Höhepunkt der Beschwerden (2).

In ca. 30% der Fälle ist der Schmerzbeginn akut und eine Abgrenzung gegenüber einer akuten Appendicits ist nicht möglich.

Die Therapie ist in 96% die einfache Appendektomie.

Ref:
1. Höfler H: Neurogene Appendicopathie - eine häufige, aber selten diagnostizierte Krankheit, Langenbecks Arch Chir 351: 171, 1980
2. Quell M, Horvath W: Die neurogene Appendikopathie - Langfristige Ergebnisse nach Appendektomie, Chirurg 58: 597-600, 1987