Fall der Woche 1/05

Diagnose:

Hernia into the cord

Fortbildung:

Hernia into the cord

Bei der 'Hernia into the cord' handelt es sich um eine besondere Form der Bauchwanddefekte mit charakteristischen Merkmalen, weshalb sie von der Omphalocele unterschieden wird und eine eigene Nomenklatur hat. Als wichtigster Unterschied ist zu erwähnen, dass bei einer Hernia into the cord in der Regel keine assoziierten Fehlbildungen vorhanden sind. Die Hernie ist definiert als eine Bruchlücke, die kleiner ist als 4 cm. Häufig findet sich ein Meckel'sches Divertikel im Bruchsack, welches oft mit der Bruchsackwand adhärent ist und gel. besteht sogar eine Fistel im Sinne eins offenen D. omphaloentericus. Aus diesen Gründen ist auch bei kleinen Brucksäcken ein einfaches Ausmelken des Bruchsackinhaltes und Abschnüren desselben nicht indiziert, sondern es muss eine formelle chirurgische Revision durchgeführt werden. In einigen Fällen - wie im vorgestellten Beispiel - findet sich ein normal breiter häutiger Nabelschnuransatz.

Tabelle: Nabelpathologien

Diagnose
Makroskop. Aspekt
Assoziation mit anderen Fehlbildungen
Nabelschnurteratom

nodulär oder cystisch, Durchmesser max. 10 cm

normaler Nabelschnuransatz

in 50% mit anderen Malformationen assoziiiert
Hämangiom der Nabelschnur

nodulär, Durchmesser 0,2 bis 18cm

normaler Nabelschnuransatz

meist isolierte Fehlbildung

Komplikation: intrauterine Blutung

"Hernia into the cord"

nodulär, Grösse < 4cm

normaler Nabelschnuransatz

meist isolierte Fehlbildung

gehäuft mit Fehlbildungen des D. omphaolentericus (offener D., d.h. enterische Fistel, Meckel'sches Divertikel - siehe Bild unten) kombiniert, deshalb operative Exploration und Revision nötig

Omphalocele
Druchmesser > 4 cm, breiter Ansatz der Nabelschnur

Persistenz des physiologischen Nabelbruches > 16 SSW

häufig assoziiert mit anderen Fehlbildungen (Syndrome, Trisomien u.a. chromosomale Aberrationen)

Nabelschnurcyste

nodulär oder cystsich, meist singulär

normaler Nabelschnuransatz

meist isolierte Fehlbildung
Nabelschnurpolyp
nodulär, solitär, rötlich, exsudativ, gel. exulzeriert und blutend
offener D. ompahloentericus, d.h. enterische Fistel, Meckel'sches Divertikel

Nabelschnurhaematom (A)

Nabelschnuraneurysma (B)

A: nodulär, livid

B: cystisch im US, nichtpulsatiler Blutfluss

A: foetaler Distress

B: Trisomie 18, singuläre Nablearterie, arteriovenöse Fistel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natalucci G et al, Your diagnosis? Umbilical cord tumor. Eur J Pediatr (2007) 166: 753-756

Bild unten: Hernia into the cord mit Ductus omphaloentericus persistens (Schleimhautrosette = Fistel des D. omphaloentericus persistens)