Posttraumatische leptomeningeale Cyste ("wachsende Fraktur")
Fortbildung:
Die posttraumatische leptomeningeale Cyste gehört neben der Encephalocele
und der porencephalen Cyste zu den radiologischen Veränderungen einer
sog. "wachsenden Fraktur". Eine "wachsende Fraktur" ist eine Spätkomplikation
nach einer Schädelkalottenfraktur im Kleinkindesalter. Das "Wachstum"
der Fraktur findet nach einer Fraktur im konkaven Teil der Kalotte und
einem Riss der Dura mater über einen Zeitraum von Monaten bis mehreren
Jahren statt. Nicht selten wird die "wachsende Fraktur" erst im Adoleszentenalter
entdeckt.
Intradiploische leptomeningeale Cysten müssen von intradiploischen
Arachnoidalcysten unterschieden werden. Letztere sind angeboren.
Die Therapie besteht in operativem Verschluss der Dura sowie des Kalottendefektes.
Intraoperatives Bild (Galea und Tabula externa eröffnet)
Literatur:
Lenthallo R and Penney C, Growing skull fracutre extending posteriorly
to the superior sagittal sinus with intradiploic extension, Br J Radiol
72: 714-716, 1999
Ziyal IM, Aydin Y, Turkmen CS et al, the natural history of late diagnosed
or untreated growing skull fractures: report on two cases, Acta Neurochir
140: 651-654, 1998
Lunardi P, Missori P, Artico M et al, Posttraumatic intradiploic lepromeningeal
cyst in an adult: case report, Surg Neurol 35: 475-477, 1991
Siehe auch "Quiz" - Potpourri" Frage 24: Wie lautet die Differentialdiagnose der nichtmalignen Knochentumoren der Schädelkalotte?