| Screening der Geschwister von Patienten mit vesico-ureteralem Reflux |
| Es herrscht mittlerweile Einigkeit darüber, dass Geschwister von
Patienten mit vesico-ureteralem Reflux im Sinne einer Risikogruppe auf
einen möglicherweise vorhandenen vesico-ureteralen Reflux untersucht
werden sollen. Lediglich wann und wie dieses Screening durchgeführt
werden soll, ist Anlass zu Debatte. In der November '96 Ausgabe des Journal
of Urology stellt Prof. Norman Noe vom Department of Pediatric Urology
der University of Tennessee in Memphis das nachfolgende Screeningprogramm
vor:
Bei allen Knaben und Mädchen, die jünger als 3 Jahre sind, wird ein Miktionscystourethrogramm durchgeführt. Im Alter von 3 - 5 Jahren wird bei allen Mädchen sowie bei Knaben, die entweder einen Harnwegsinfekt oder ein pathologisches Miktionsverhalten zeigen, ebenfalls ein Miktionscystourethrogramm durchgeführt. Bei asymptomatischen Knaben in dieser Altersgruppe wird lediglich ein renaler Ultraschall gemacht. Ebenso wird bei allen asymptomatischen Geschwister, die älter als 5 Jahre alt sind, nur eine Nierensonographie vorgenommen. Der Autor begründet das Vorgehen damit, dass im Falle eines normalen renalen Ultraschalls, subsumiert werden kann, dass ein vesico-ureteraler Reflux entweder nie existiert hat oder, falls je vorhanden, nur mild war und spontan verschwunden ist oder, falls er nach wie vor vorhanden ist und das Kind keine Infekte hat, ein vesico-ureteraler Reflux kein signifikant erhöhtes Risiko für einen Parenchymschaden im Sinne einer Refluxnephropathie darstellt. Mit diesem Vorgehen wird man mit sehr hoher statistischer Wahrscheinlichkeit die Risikopatienten mit einem Minimum an invasiven Untersuchungen erfassen. Ref: Noe N.H. Editorial: Screening for reflux - the current status. J Urol 156:1808, 1996 |
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