![]()
Choledochuscyste Hepaticoduodenostomie oder Roux-en-Y-Hepaticojejunostomie (oder Hepaticojejunoduodenostomie) |
||
|
Das Risiko für eine Pankreatitis, Cholangitis sowie Cholelithiasis,
seltener eine Ruptur, aber insbesondere die carcinomatöse Entartung
sind klare Indikationen für eine Operation bei einer Choledochuscyste.
In der Literatur gibt es eine Debatte darüber, ob die direkte Hepaticoduodenostomie
oder die Roux-en-Y-Hepaticojejunostomie zu favorisieren ist. Moreno
Gonzales [1] favorisiert die Hepaticoduodenostomie mit einem Grundsatz
chirurgischer Eingriffe: Die normale Physiologie soweit als möglich
zu respektieren. Die häufigste Komplikation nach Operation
einer Choledochuscyste ist eine Cholangitis. Aus chirurgischer Sicht
sind als Komplikationen vor allem Stenosen resp. Strikturen und Anastomoseninsuffizienzen
zu erwähnen. Die Roux-en-Y-Hepaticojejunostomie wird vor allem
deshalb favorisiert, weil sie ein geringeres postoperatives Risiko für
das Auftreten einer Cholangitis habe. Nach Lilly [1] kommt aber eine
Cholangitis vor allem bei partiell obstruierten Gallenwegen in Nachbarschaft
eines kontaminierten intestinalen Conduits vor. Kasai [2] vertritt die
Meinung, dass die Incidenz einer postoperativen Cholangitis nach einer
Operation wegen Choledochocele sehr tief ist, wahrscheinlich aufgrund
eines aktiven Galleflusses. Narasimha et al. [3] sind der Meinung, dass
die Galledrainage in das Duodenum im Langzeitverlauf physiologische
Vorteile habe. Die Drainage von Galle ins Duodenum verhindert die Entstehung
von gastroduodenalen Ulcera, weil die Gallesalz und Säurebalance
nicht gestört wird. Daneben führt eine Roux-en-Y-Anastomose
zu einer Steigerung der gastrischen Sekretion. Ebenso verhindert eine
Galledrainage ins Duodenum eine Fettmalabsorption, wegen Neutralisation
der Säure im Duodenum und proximalen Jejunum. Zudem finden sich
im Duodenum deutlich weniger Bakterien als im distalen Gastrointestinaltrakt
[4-7]. Die Vorteile einer Hepaticoduodenostomie sind: (1) die Operation
einfacher ist, u.a. weil nur eine Anastomose durchgeführt werden
muss, (2) sie ist physiologischer, hat keine Fettmalabsorption oder
Ulceration zur Folge und (3) macht weniger Adhäsionen. Unter den
Komplikationen dieser Technik wird angeführt, dass eine Anastomoseninsuffizienz
schwieriger zu behandeln sei. In bezug auf Stenosetendenz ist festzuhalten,
dass nach Todani [8] eine Striktur vor allem nach ungenügender
Resektion des Ductus hepaticus communis auftritt, d.h. wenn ein ungenügendes
Kaliber besteht. Aus diesem Grunde muss im Zusammenhang mit einem accessorischen
Ductus hepaticus eine Ductoplastik vorgenommen werden [8]. Lilly und
Todani [8, 9] vertreten die Auffassung, dass eine Cholangitis sekundär
im Zusammenhang mit einer Anastomosenstriktur auftritt. Gemäss
Todani [8] besteht kein signifikanter Unterschied in bezug auf die Häufigkeit
einer postoperativen Cholangitis zwischen einer Hepaticoduodenostomie
und einer Roux-en-Y-Hepaticojejunostomie. Komplikationen resp. negative
Konsequenzen einer Roux-en-Y-Hepaticojejunostomie sind eine mögliche
Striktur oder Invagination der Roux-Y-Schlinge, das Auftreten von Enterolithen,
eine verzögerte Magenentleerung, peptischer Ulcera, eine Fettmalabsorption
sowie Diarrhoe. Bezüglich Jejunuminterponat gibt es nur wenig Literatur.
Als Nachteil ist die notwendige Konstruktion von zwei Anastomosen hervorzuheben.
Die Hepaticoduodenostomie ist die einfachere und physiologischere Operation
mit weniger Komplikationen.1. Moreno Gonzales, E., et al., Choledochal
Cyst Resection and Reconstruction by Biliary-Jejunal-Duodenal Diversion.
World J. Surg., 1989. 13: p. 232-237. © kinderchirurgie/pediatric surgery-online |