| Management bei einseitig nicht palpablem Hoden |
| Bei beidseitig nicht descendiertem und nicht palpablem Hoden scheint
es klar zu sein, dass primär eine Laparoskopie vorgenommen werden
soll, falls der HCG-Test Hinweise für vorliegendes Hodengewebe zeigt.
Eine Kontroverse besteht hingegen über das Management bei unilateral
nicht palpablem Testis, d.h. bei kontralateral normal descendiertem Hoden.
In einer Serie von 88 Patienten fanden Diamond und Caldamone (1) in 64%
der Fälle blind endende Samenstranggebilde. Bei 24 Patienten (27%)
endeten diese Samenstrangstrukturen blind oberhalb des Anus inguinalis.
Bei 16% dieser Patienten fand sich ein abdominaler Hoden oberhalb des Anulus
inguinalis internus. Diese Autoren sind deshalb der Meinung, dass die 43
Patienten, bei denen entweder die Samenstrangstrukturen blind oberhalb
des Anulus inguinalis externus enden oder ein intraabdominaler Hoden vorliegt,
ebenfalls primär eine Laparoskopie rechtfertigen. Im British Journal
of Urology haben Gulanikar et al (2) eine Serie von 27 Patienten publizeirt,
bei denen sie prinzipiell primär eine inguinale Revision durchgeführt
haben und sind zum Schluss gekommen, dass die Laparaskopie nur bei insgesamt
15% der Fälle, nämlich 4 Patienten mit blind endenden Samenstranggebilden
oberhalb des inneren Leistenringes, Vorteile gebracht hätte. In der
gleichen Zeitschrift findet sich ein Artikel von Lakho et al (3) über
18 Patienten mit insgesamt 22 nicht palpablen Testes, bei denen eine vorgängige
Revision der Leiste negative oder inkonklusive Befunde zeigten, wobei die
Autoren nur erwähnen, dass die Laparoskopie bei Knaben mit nicht palpablen
Hoden und vorgängiger negativer oder inkonkusiver Leistenrevison günstig
sei. Kürzlich haben Pohl und Belman (4) die Meinung vertreten, dass
der Entscheid von einer allfälligen kompensatorischen Hypertrophie
des normal descendierten kontralateralen Hodens abhängig gemacht werden
sollte, wobei diese Hypertrophie definiert wird als ein Hodenvolumen von
mehr als 2 ml. Diese Autoren befürworten eine initiale inguinale Exploration
bei allen Knaben, bei denen eine Hypertrophie des kontralateralen descendierten
Hodens festgestellt wurde, da in keinem Fall ein vitaler, nicht descendierter
Hoden gefunden wurde, wenn der kontralaterale Hoden eine Hypertrophie zeigte.
Ref: 1. Caldamone AA: Laparoscopy for the Impalpable Testis, Dial Ped Urol 15: 5-6, 1992 2. Gulanikar AC, Anderson PA, Schwarz R et al: Impact of diagnostic laparoscopy in the management of the unilateral impalpable testis, Br J Urol 77: 455-457, 1996 3. Lakho K, Thomas DF, Najmaidin AS:ÊIs inguinal exploration for the impalpable testis an outdated operation for unilateral impalpable testis, Br J Urol 77: 452-454, 1996 4. Pohl HG and Belman AB: The Location and Fate of the Cryptorchid and Impalpable Testis, Dial Ped Urol 20: 3-4, 1997 |
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