| Asymptomatische resp. zufällig entdeckte Malrotation |
| Gelegentlich wird bei einer Kontrastmitteluntersuchung bei Verdacht
auf gastroösophagealen Reflux oder einer anderen intestinalen Problematik
eine Darmlageanomalie diagnostiziert. Es stellt sich dann unweigerlich
die Frage, ob wegen des Risikos eines Volvulus eine chirurgische Intervention
indiziert sei oder nicht.
Die Incidenz einer Darmlageanomalie beträgt 0,2 %, und 15 % aller Patienten mit einer Malrotation zeigen eine Symptomatik [1]. Von diesen wiederum werden 55 % während der ersten Lebenswoche und 80 % innnerhalb des ersten Lebensmonates symptomatisch. In der von Powell et al. [2] publizierten Serie waren 50 % der Kinder älter als 2 Monate und alle diese Kinder zeigten eine längere Anamnese von unspezifischen Symptomen. Auffallenderweise wurde galliges und nicht galliges Erbrechen bei den Kindern, die älter als 2 Monate waren, mit gleicher Häufigkeit beschrieben. Weiter unspezifische Symptome waren Obstipation, Diarrhoe, ungenügende Gewichtszunahme, Bauchschmerzen, Malabsorption und Melaena. In bezug auf die radiologischen Abklärungen gibt es eine Debatte, ob primär ein Colonkontrasteinlauf oder eine obere Magendarmpassage durchgeführt werden soll. Powell et al. [2] berichten, dass von 29 oberen Darmpassagen keine falsch-negativ war, währenddem bei 5 von 29 Patienten, bei denen die Colonkontrastuntersuchung inkonklusive Resultate zeigte, zusätzlich eine obere Darmpassage zur Verifizierung der Diagnose durchgeführt werden musste. In einer Zusammenstellung über 23 Patienten von Simpson et al. [3] war die obere Magendarmpassage in 100 % spezifisch und in 96 % sensitiv. Neuerdings wird die Ultraschalluntersuchung zur Darstellung des Gefässverlaufes von Arteria und Vena mesenterica superior diagnostisch favorisiert. Eine Inversion der Gefässe wird aber auch bei asymptomtischen Patienten ohne Darmlageanomalie gefunden. So konnten Zerin et al. [4] zeigen, dass eine Malrotation nur bei 2 von 8 Patienten vorlag, die eine vollständige Inversion der Mesenterica superior-Gefässe zeigten. Auch Kinder mit unspezifischen Symptomen zeigen bei der Laparotomie häufig Zeichen eines chronischen Volvulus, wie Dilatation der Venen, eine mesenteriale Adenopathie oder ein Darmödem [2]. In der Serie von Powell et al. [2] zeigte kein Kind nach einer Laddâschen Operation postoperativ Zeichen eines Volvulus. Besonders wichtig ist neben der Durchtrennung allfälliger Ladd'scher Bänder die Separierung des Duodenums vom Coecum durch eine Incision des ventralen Mesenterialblattes wie von Bill und Grauman [8] 1966 beschrieben. Dies führt zu einer Verbreiterung des Mesenterialstils und verhindert die Entstehung eines Volvulus resp. ein Rezidiv eines solchen. Der Eingriff ist laparoskopisch problemlos möglich [5, 6], ob jedoch laparoskopische Eingriffe ein Rezidiv der Symptomatik oder einen Volvulus verhindern, müssen die langfristigen Nachkontrollen noch bestätigen. Falls die radiologischen Abklärungen bei Patienten ohne Symptome für einen akuten Volvulus eine enge Nachbarschaft des duodenojejunalen und ileocökalen Uebergangs zeigen, sollte nach Ansicht mancher Autoren wegen der Gefahr eines Volvulus eine Laddâsche Operation vorgenommen werden. Viele Autoren sind aber definitiv der Meinung, dass die Diagnose einer Darmlageanomalie per se eine klare Indikation für eine Laddâsche Operation darstellt [2, 7]. Referenzen:
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