The Natural History of Idiopathic Urethrorrhagia in Boys

Walker BR, Ellison ED, Snow BW et al.
(Division of Urology, University of Utah School of Medicine, Salt Lake City, Utah)
J Urol 166:231-232, 2001
Die Autoren stellen eine retrospektive Studie von 27 Knaben mit idiopathischer Urethrorrhagie vor. Das Alter der Patienten lag zwischen 4 und 17 Jahren, im Durchschnitt 10 Jahre. Bei 30% lag anamnestisch auch eine Dysurie vor. Bei 12 Patienten wurde eine bakteriologische Urinuntersuchung durchgeführt, welche in allen Fällen negativ war. Bei 18 Patienten wurde eine Miktionscystourethrographie durchgeführt, welche unauffällige Befunde zeigte. Bei 4 Patienten wurde eine Cystoskopie vorgenommen, welche bei 2 Patienten unauffällige Verhältnisse und bei den übrigen 2 Patienten eine entzündliche Veränderung im Bereiche der bulbären Urethra zeigte. Bei einem Patienten mit persistierender Urethrorrhagie über 22 Monate fand sich schliesslich eine Urethrastriktur.
Walker et al. sind der Meinung, dass radiologische Abklärungen wenig Informationen bieten. Eine Kompilation von vier Studien über 91 Knaben hatte in keinem Fall die Ursache der Urethrorrhagie gezeigt, weder in der Miktioncystourethrographie, im Ultraschall, IVP oder in der retrograden Urethrographie. Die Indikation für eine Cystoskopie wird kontrovers diskutiert. Eine routinemässige Endoskopie wird nicht empfohlen. Nur bei persistierender Urethrorrhagie soll entweder eine retrograde Urethrographie, eine Uroflowmetrie oder eine Cystoskopie auf der Suche nach einer Urethrastriktur vorgenommen werden. Die Autoren emphehlen bei Knaben mit Bluttropfen in der Unterwäsche im präpubertalen Alter eine abwartende Haltung einzunehmen. Der klinische Verlauf der idiopathischen Urethrorrhagie ist benigne und selbstlimitierend mit 71% nach 1, und über 90% nach 2 Jahren. Die Differentialdiagnose von tropfenweisem Blutabgang per urethram umfasst die idiopathische Urethrorrhagie, bakterielle und virale Urethritis, Konkremente, Trauma, Urethrastriktur, Tumor, arteriovenöse Malformationen sowie eine Blutung aufgrund einer Lacuna magna.
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