Small Bowel Tissue Engineering Using Small Intestinal Submucosa as a Scaffold
Chen MK et al., Journal of Surgical Research 99:352-358, 2001

In der vorliegenden Studie wurde das Verhalten von „Small intestinal submucosa“ (SIS) als Trägersubstanz für eine Darmneogenese untersucht. SIS ist eine relativ azelluläre Matrix auf Kollagenbasis, welche in verschiedenen Tierversuchen bereits eine ausgezeichnete Remodellierung von in-situ Gewebe gezeigt hat. In der Arbeit wird kurz die Herstellung von SIS beschrieben, für die Untersuchung wurde sowohl einfaches wie mehrschichtiges Matrixgewebe benutzt. SIS wird aus Schwein-Jejunum hergestellt. Die Versuchsserie umfasst 27 Hunde, es handelt sich also um ein in-situ Xenograftmodell. Bei 23 Hunden wurde ein sogenannter Patchdefekt, welcher 50% der Circumferenz beinhaltete, im Sinne einer partiellen Darmwandresektion durchgeführt und der Defekt mit einem SIS-Patch ersetzt, 15 x mittels einschichtigem, 8 x mit mehrschichtigem SIS. Von den 15 mit einfachem SIS behandelten Hunden mussten zwei früh postoperativ euthanasiert werden, 13 haben langfristig überlebt. Bei den Tieren mit mehrschichtigem SIS haben 7 Hunde langfristig überlebt. Bei 4 Hunden wurde ein tubulärer Darmersatz vorgenommen, alle diese Hunde zeigten eine signifkante Morbidität, bei 3 kam es zu einer Leakage, was eine frühzeitige Euthanasie nach sich zog. Ein Hund zeigte im Langzeitverlauf einen Ileus.
Die Resultate sind in bezug auf einschichtige oder mehrschichtige Matrix nicht signifikant unterschiedlich. Der segmentale Ersatz von Dünndarm mit tubulärem SIS war nicht erfolgreich. Bei den überlebenden Hunden mit Patch-Ersatz zeigte sich bei der Enduntersuchung zwischen 2 Wochen und 1 Jahr postoperativ weder eine Stenose noch eine Ballonierung. Die histologische Untersuchung zeigte eine eindeutige Schichtung der Neointestina mit Mukosa, Muskulatur, Kollagen und Serosaüberzug. Früh postoperativ fand sich histologisch eine ausgeprägte Infiltration mit Entzündungszellen, die langfristig wieder verschwand. Nach 3 Monaten konnte kein Nachweis der SIS-Matrix mehr festgestellt werden. 6 Monate postoperativ zeigte die histologische Evaluation des gepatchten Abschnittes eine praktisch normale histologische Struktur. SIS kann also als Gerüst für eine komplette Regeneration aller Darmschichten dienen. Die einschichtige Matrix entpuppte sich als zu dünn und schwierig benutzbar, während die mehrschichtige SIS einfacher zu handhaben und zu vernähen war. Diese Untersuchung zeigt, dass SIS-Patches für die Regeneration von Dünndarm verwendbar ist, während die Rekonstruktion von segmentalen tubulären Darmersatz mit der erwähnten Technik vorläufig nicht machbar erscheint.

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