PAEDIATRIC RENAL TRAUMA: CAUTION WITH CONSERVATIVE MANAGEMENT OF MAJOR INJURIES
Thompson-Fawcett, M. and Kolbe A. 
(Pediatric Trauma Service, Starship Children´s Health, Auckland, New Zealand) 
Aust N Z J Surg 66:435-440, 1996
Die Autoren stellen eine retrospektive Studie mit 142 Patienten vor. Die Nierenverletzungen werden in zwei Kategorien, nämlich "minor" mit Gruppe 1 Kontusionen und Gruppe 2 Parenchym- oder Calyxlazerationen ohne extrakapsuläres Extravasat sowie "major" mit Gruppe 3 Lazerationen mit extrakapsulärem Extravasat und Gruppe 4 Nierenstilverletzungen eingeteilt. 21 Patienten (15%) hatten Verletzungen der Kategorie "major". Es fand sich kein signifikanter Unterschied bezüglich Schweregrad der Verletzungen in Abhängigkeit von der Unfallart (Verkehrsunfälle versus andere Unfälle wie Sportunfälle oder Stürze). 98% aller Patienten zeigten eine Hämaturie und in 41% lagen, unabhängig vom Schweregrad der Nierenverletzung, assoziierte Verletzungen vor. Nur 2 Patienten hatten eine präexistierende Nierenfehlbildung. Nierenstilverletzungen lagen nur in 0,7% der Fälle vor. In der vorliegenden Serie fand sich kein Patient mit einem Ureterabriss. 118 der 121 Patienten mit einem "minor"-Trauma wurden konservativ behandelt. Bei 2 Patienten wurde eine Nierenrevision anlässlich einer Laparatomie wegen Miltzruptur vorgenommen. In beiden Fällen hatte ein präoperatives IVP keine Aussscheidung der linken Niere gezeigt. Intraoperativ zeigte sich in beiden Fällen aber lediglich eine Kontusion der Niere. Ein dritter Patient musste wegen persistiernder Blutung laparatomiert werden. Bei 8 Patienten (38%) der 21 mit einem "major"-Nierentrauma musste eine Operation vorgenommen werden. Bei einem Patienten mit persistierender Blutung wurde die Laparatomie zu spät vorgenommen und der Patient verstarb an einer Koagulationsstörung und Multiorganversagen. In 10 Fällen war das Urinom innerhalb von 5-10 Tagen regredient. Der Follow-up bis max. 3 Jahre zeigte keine Langzeitkomplikationen, insbesondere keinen Fall mit einer Hypertonie. Die Autoren kommen zum Schluss, dass Patienten der Gruppe 1 und 2 einer konservativen Therapie zugeführt werden sollen. Für Gruppe 3 empfehlen sie ebenfalls initial eine konservative Therapie mit regelmässigen radiologischen Kontrollen. Eine operative Intervention ist angezeigt, wenn ein Urinom länger als 5 Tage persistiert, sich vergrössert oder falls sich eine klinische Verschlechterung einstellt. Bei allen Patienten der Gruppe 4 mit einer Blutung ist eine sofortige operative Revision angezeigt. Bei hämodynamisch stabilen Patienten mit nachgewiesener vollständiger Durchtrennung des Nierengefässstils kann die Nephrektomie 1-2 Tage verzögert erfolgen.
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