Does Delaying Pyeloplasty affect Renal Function in Children with a Prenatal Diagnosis of Pelvi-Ureteric Junction Obstruction ?

 
  Chertin B. et al., BJU Int 90:72-75, 2002  
 

Die Autoren gehen der Frage nach, ob eine verzögerte Pyeloplastik bei Kindern mit pränataler Diagnose einer Ureterabgangsstenose die Nierenfunktion beeinflusse. Sie haben aus einem Patientengut von 272 Fällen mit einer Ureterabgangsstenose 44 Patienten (34 Knaben und 10 Mädchen) mit einem Durchschnittsalter von 13,3 Monaten untersucht. Ausschlusskriterien waren ein bilateraler Befall, eine solitäre Niere, klinische Symptome oder ein gleichzeitiges Vorhandensein eines vesico-ureteralen Refluxes.
Initial wurde szintigraphisch (DTPA und MAG3) eine Nierenfunktion von durchschnittlich 39,7 (30,4-45)% gefunden. Die Indikation für einen chirurgischen Eingriff war ein Funktionsverlust von gleich oder mehr als 5% in wiederholten szintigraphischen Untersuchungen. Der Funktionsverlust betrug im Durchschnitt 8,2%. Bei 35 der 44 Patienten (77%) war das Nierenbecken initial grösser als 3 cm. Das Zeitintervall zwischen der ersten Studie und der Operation betrug im Durchschnitt 8,3 Monate und der Follow-up 5,1 Jahre. Chertin und Mitarb. haben bei 81% eine Erholung auf initiale Werte der Nierenfunktion innerhalb von 6-12 Monaten gefunden. 2 Jahre postoperativ waren bei 95% der untersuchten Kinder die Nierenfunktionswerte wieder auf dem initialen Level oder sogar leicht darüber. Es wurde keine Korrelation gefunden zwischen der Erholung der Nierenfunktion und präoperativen Variabeln wie Alter des Patienten, Grad der Hydronephrose (gemäss Society for Fetal Urology) und initialer Nierenfunktion. Alle Kinder in dieser Studie wurden zuerst konservativ behandelt, unabhängig vom Ausmass der Hydronephrose wie auch der Nierenfunktion. Die Autoren sind der Meinung, dass ihre Befunde eine konservative abwartende Haltung bei Neugeborenen mit schwerer Hydronephrose unterstütze. Das Autorenteam erachtet Ultraschall und szintigraphische Untersuchungen alle 3-6 Monate während den ersten 2 Jahren als notwendig bei konservativ abwartender Haltung, mit der Begründung, dass sich entweder eine Verschlechterung oder Stabilisierung der Nierenfunktion in allen Fällen innerhalb der ersten 2 Jahren zeige.
Die Literatur ist kontrovers in bezug auf die postnatale Behandlung von Kindern mit pränatal diagnostizierter Hydronephrose wegen Ureterabgangsstenose, sowohl hinsichtlich Operationszeitpunkt wie auch insbesondere im Hinblick auf die Prognose, welche Fälle von einer chirurgischen Intervention profitieren und bei welchen Kindern es zu einer Abnahme der Nierenfunktion während der Beobachtung komme.

© kinderchirurgie/pediatric surgery-online