Nonoperative Management of Perianal Abcess in Infants is Associated with Decreased Risk for Fistula Formation

Christison ER, Hall JF, Wales PW et al, Pediatrics 2007, 120: e548-e552

Säuglinge sind eine spezielle Patientengruppe in Bezug auf Perianalabszesse. In den meisten Fällen sind vertiefte Krypten im Bereich der Linea dentata die Ursache. "Ubi pus - ibi evacua" war lange Zeit weitgehend unbestritten die Maxime in Zusammenhang mit einem Perianalabszess. Zahlreiche Publikationen haben gezeigt, dass keine spezifische invasive Massnahme - Incision, Incision + Drainage oder Punktion - ein Rezidiv oder das Auftreten einer Perianalfistel sicher verhindern kann. Auch konservative Massnahmen können diese Komplikationen nicht verhindern. Die Autoren belegen nun aber anhand eines Kollektivs aus je einem grossen amerikanischen und kanadischen Kinderspital, dass die Rate an Perianalfisteln nach konservativer Therapie signifikant tiefer liegt als nach einem chirurgischen Eingriff. Das Patientengut umfasst 165 Neugeborene und Säuglinge, davon waren 95% Knaben. Das Durchschnittsalter betrug 4,2 ± 3,1 Monate. Nachkontrollen konnten bei 140 Säuglingen durchgeführt werden. In 83 Fällen wurde ein Incision und Drainage des Abszesses vorgenommen. In der Folge trat bei 50 eine Perianalfistel auf. 57 Patienten wurden konservativ behandelt. Nur bei 9 dieser Patienten entwickelte sich eine Perianalfistel. Unter zusätzlicher Antibiotica-Therapie liess sich die Rate an komplikativen Fisteln auf 12,5% senken. Eine Therapie mit lokal hygienischen Massnahmen und systemischen Antibiotica zeigt die niedrigste Rate an komplikativen Perianalfisteln.

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