Gallstones and Common Bile Duct Calculi in Infancy and Childhood 
Kumar R., Nouyen K., Shun A.
(Royal Alexandra Hosptial for children (New Children's Hospital), Westmead, New South Wales, Australia)
Aust N Z J Surg 70:188-191, 2000
Die retrospektive Analyse umfasst 102 konsekutive Kinder im Alter von 0-14 Jahren (median 10 Jahre), bei denen im Zeitraum von 1979-1996 Konkremente im Bereich der ableitenden Gallenwege gefunden wurden. Interessanterweise wurde eine Relation männlich zu weiblich von 3:2 in allen Altersgruppen gefunden. In bezug auf die Aetiologie wurden die Kinder drei Klassen zugeordnet, nämlich idiopathische Erkrankung (66), hämatologische Erkrankung (23) und spezifische, aber nicht hämatologische Erkrankung (13). In der letzten Gruppe finden sich Kinder mit cystischer Fibrose, Choledochuscysten, BylorÔs disease und andere. Chronische Bauchschmerzen im rechten Epigastrium mit oder ohne assoziierte Nausea oder Erbrechen waren in 75% aller Fälle die typischen klinischen Symptome. 10 Kinder waren asymptomatisch. Die häufigste Komplikation war eine Choledocholithiasis, nämlich in 18% aller Kinder. In drei Fällen lag eine akute Cholecystitis vor und nur eines zeigte eine akute Pankreatitis. Bei 9 Kindern zeigte sich die Cholelithiasis im Säuglingsalter. Ikterus mit oder ohne Bauchschmerzen war bei 15 der 18 Kinder mit Choledocholithiasis das klinische Symptom. Bei zwei Patienten lag eine Cholangitis vor und eines hatte eine gramnegative Sepsis. Die Aetiologie der Choledocholithiasis war in 11 Fällen idiopathisch, bei 5 Fällen eine hämatologische Erkrankung und bei 2 Fällen eine spezifische nicht hämatologische Erkrankung. Die Analyse der Gallensteine zeigte folgendes Verteilungsmuster: Pigmentsteine 7, gemischt 6, eingedickte Galle 2 und reine Cholesterolsteine 1. 88 Kinder, die alle symptomatisch waren, wurden operiert, 14 wurden konservativ behandelt. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Durchschnitt 9 Jahre (1-18 Jahre). Von den 88 operierten Patienten waren 82 beschwerdefrei und hatten keinerlei gallenwegswegsbezogene Beschwerden. Von den 14 nicht operativ behandelten Kindern waren 9 beschwerdefrei und 5 hatten rezidivierende Episoden von diffusen Bauchschmerzen. Bei 8 dieser 14 Kinder waren Gallensteine nach wie vor nachweisbar. Die Autoren vertreten die Meinung, dass die erhöhte Prävalenz von idiopathischen Gallensteinen bei präpubertären Knaben ein Hinweis dafür ist, dass die Cholelithiasis bei Kindern eher eine genetische Prädisposition und nicht eine hormonell vermittelte Erkrankung sei. In der vorliegenden Studie hatte das Auftreten der Symptome keine direkte Korrelation mit der Ursache und dem Typ der Gallenwege. Unabhängig vom Alter war die Gruppe mit idiopathischer Cholelithiasis die grösste Patientengruppe. Kumar et al. äussern die Meinung, dass bei asymptomatischen Kindern, bei denen Gallensteine nachgewiesen wurden, ein konservatives Management vertreten werden kann, vorausgesetzt, dass eine assoziierte Choledocholithiasis ausgeschlossen wurde.
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