OUTCOME AFTER SURGICAL INTERVENTION IN CHILDREN WITH CHRONIC INFLAMMATORY BOWEL DISEASE
El-Baba M, Lin Cg-H, Klein M, Tolia V.
(Divisions of Pediatric Gastroenterology and Pediatric Surgery, Children's Hospital of Michigan, Wayne State University, Detroit, Michigan )
The American Surgeon, 62:1014-1017, 1996
Diese Arbeit umfasst eine retrospektive Analyse von 32 Patienten, die im Zeitraum von 13 Jahren am Children's Hospital of Michigan wegen einer entzündlichen Darmerkrankung operiert wurden. Dabei handelt es sich um 10 Patienten mit Colitis ulcerosa und 22 Patienten mit einem Morbus Crohn im Alter von 4-17 Jahren. Diese 32 Patienten repräsentieren 12 % aller Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkankungen dieser Klinik. 
Die Indikationen für einen Eingriff waren bei Patienten mit Colitis ulcerosa:
  • Versagen der medikamentösen Therapie (7), 
  • Perforation mit Abszess (1), 
  • Wachstumsverzögerung (1),
  • intestinale Obstruktion (1). 
Bei den Patienten mit Morbus Crohn waren die Indikationen: 
  • lokalisierte Erkrankung mit ungenügendem Ansprechen auf medikamentöse Therapie (9),
  • Wachstums-verzögerung (5),
  • Fisteln, die auf konservative Behandlung nicht ansprachen (3),
  • Perforation (1) 
  • partielle oder vollständige intestinale Obstruktion (4). 
Bei den 10 Patienten mit Colitis ulcerosa wurde in 8 Fällen eine totale Kolektomie mit ileorektaler Anastomose einzeitig oder zweizeitig durchgeführt. 2 Patienten erhielten eine endständige Ileostomie. Die Interventionen bei den 22 Patienten mit einem Morbus Crohn umfassen Ileokolektomie, segmentale Dünndarmresektion, subtotale Cholektomie mit ileorektaler Anastomose, eine Hemikolektomie links, Strikturoplastik und Fistelektomien. 14 Patienten (44 %) zeigten nach der ersten Operation ein Rezidiv. Bei 10 Patienten (31 %) war eine zweite Intervention 4 Monate bis 10 Jahre nach der ersten Operation notwendig: 7 x wegen eines therapierefraktären Rezidivs, 2 x Adhäsiolyse wegen Bridenileus und 1 x Drainage eines Abszesses. In ca. 25 % wird die Diagnose Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn im Kindesalter gestellt. Symptome sind im Wesentlichen analog wie bei den Erwachsenen. Die nur im Kindesalter festzustellende Wachstumsverzögerung ist eine häufige und ernsthafte Komplikation. Eine zeitgerechte Erwägung eines chirurgischen Eingriffs ist ein wichtiger Faktor im Management von Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung, um den Patienten eine unnötige Morbidität im Zusammenhang mit der Erkrankung selbst oder im Sinne von Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung zu ersparen. Eine Verbesserung der Lebensqualität wird als wesentlicher Punkt im Entscheidungsprozess für einen allfälligen elektiven Eingriff herausgestellt. Eine Wachstumsverzögerung bei Patienten mit lokalisierter Erkrankung, die gegenüber medikamentöser und nutritiver Behandlung refraktär ist, gilt als entschiedene Indikation für einen chirurgischen Eingriff bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.
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